
Israels Geheimdienste enthüllen: Iran plante Anschläge auf Botschaft, Synagoge und Ölpipeline in Aserbaidschan
JERUSALEM 21.04.2026 (LS) – In einer seltenen gemeinsamen Erklärung haben der israelische Geheimdienst Mossad, der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet und die israelische Armee (IDF) am Montag die Aufdeckung eines weltweiten iranischen Terrornetzwerks bekanntgegeben, das israelische Diplomaten, jüdische Gemeinden und strategische Infrastruktur ins Visier genommen hatte. Die Aktion markiert einen der umfangreichsten Aufklärungserfolge der israelischen Sicherheitsbehörden seit Jahren – und sendet eine klare Botschaft an Teheran mitten in laufenden Waffenstillstandsverhandlungen.
Anschläge auf Ölpipeline und israelische Botschaft in Baku verhindert
Im Mittelpunkt der Enthüllungen steht eine aufgedeckte Terrorinfrastruktur in Aserbaidschan, die versuchte, einen strategischen Angriff auf die Baku-Tbilisi-Ceyhan-Ölpipeline (BTC) vorzubereiten – eine Pipeline, die durch Georgien und die Türkei verläuft und etwa ein Drittel der israelischen Ölimporte transportiert. Darüber hinaus waren die israelische Botschaft in Baku, eine Synagoge sowie Führungspersönlichkeiten der jüdischen Gemeinschaft des Landes als Ziele identifiziert worden.
Laut der gemeinsamen israelischen Erklärung schmuggelten die Terroristen Sprengstoff-Drohnen nach Aserbaidschan und sammelten Geheimdienstinformationen über potenzielle Ziele. Die Verhaftung der Zellenmitglieder ermöglichte es, die gesamte Netzwerkstruktur sowie die Identitäten der Führungsoffiziere im Iran aufzudecken. Aserbaidschans Staatssicherheitsdienst erklärte, man habe „Terroranschläge und Geheimdienstoperationen verhindert, die vom Islamischen Revolutionsgarden-Corps organisiert wurden.“
Schlüsselfiguren im Iran während des Krieges eliminiert
An der Spitze des Netzwerks stand Rahman Moghadam, Leiter der Sonderoperationsabteilung 4000 innerhalb des IRGC-Geheimdienstes. Er wurde zu Beginn des jüngsten Krieges eliminiert. Moghadam rekrutierte und trainierte Agenten innerhalb des Iran und im Ausland und beauftragte sie, Geheimdienstmaterial über israelische Diplomaten und Regierungsvertreter zu sammeln.
Ein weiterer zentraler Akteur war Mahdi Yekeh-Dehghan, bekannt als „der Doktor“, der die Terroroperationen in Aserbaidschan und der Türkei leitete. Er wurde ebenfalls während der Operation „Brüllender Löwe“ ausgeschaltet. Dehghan war zu Beginn des Jahres aufgefallen, als türkische Behörden eine Terrorzelle ausheben konnten. Diese versuchte, Sprengstoff-Drohnen vom Iran über die Türkei nach Zypern zu schmuggeln und sammelte gleichzeitig Geheimdienstinformationen über US-Streitkräfte auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik. Ein weiterer eliminierter Schlüsseloperateur war Mohsen Souri, der als führende Figur innerhalb der Division 4000 weltweit reiste, um lokale Terrorzellen zu treffen und zu dirigieren. Er wurde in einem Luftangriff getötet, nachdem der Mossad den IRGC-Unterschlupf, in dem er sich aufhielt, ausfindig gemacht hatte.
Außenminister Gideon Sa’ar erklärte am Montag, Terroristen – größtenteils mit iranischer Unterstützung – hätten seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 30 israelische Botschaften weltweit ins Visier genommen haben. Israel betont, die Veröffentlichung sei nicht nur als Bilanz des Krieges zu verstehen, sondern auch als Signal an die USA und andere Verhandlungspartner: Irans globales Terrornetzwerk müsse in den laufenden Atomgesprächen ausdrücklich adressiert werden – und dürfe nicht unerwähnt bleiben.
Titelbild: Blick auf die Stadt Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans, am Kaspischen Meer gelegen. Foto: Nati Shohat/Flash90