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Hisbollah und Iran nutzen Waffenstillstand zu militärischer Aufrüstung – israelische Armee entdeckt und zerstört große Hisbollah-Terrortunnel im Südlibanon

JERUSALEM 30.04.2026 (LS) – Jonathan Conricus, ehemaliger internationaler Sprecher der israelischen Streitkräfte (IDF) und leitender Mitarbeiter der Foundation for Defense of Democracies, warnt, dass die Feinde Israels während der Feuerpause aufrüsten. „Ich glaube, alle Seiten – der Iran, Israel, verschiedene Golfstaaten, die Stellvertreter des Irans, die Hisbollah – nutzen diese Zeit militärisch gesehen, um sich neu zu versorgen und sich auf das vorzubereiten, was wahrscheinlich unvermeidlich auf uns zukommt“, so Conricus gegenüber Reportern.

Conricus bezeichnete den diplomatischen Weg mit dem Iran als äußerst begrenzt. „Die Verhandlungen gleichen zwei parallelen Linien, die sich niemals treffen werden“. Er argumentierte, dass „das Maximum, zu dem das iranische Regime bereit ist, nicht einmal das grundlegende Minimum erreicht, das die USA zu berücksichtigen bereit sind.“

Im Hinblick auf den Libanon erklärte Conricus: „Wir haben einen Waffenstillstand auf dem Papier, aber es handelt sich nicht wirklich um einen Waffenstillstand in dem Sinne, wie ich den Begriff verstehen würde, nämlich dass beide Konfliktparteien ihre militärischen Operationen einstellen.“ Israel handele, „um israelische Zivilisten im Norden Israels zu verteidigen“ und die Fähigkeiten der Hisbollah zu schwächen, während die Hisbollah weiterhin Raketen und Drohnen abfeuert und gegen israelische Truppen kämpft, die im Libanon stationiert sind.

Israelischer Bauunternehmer getötet, Sohn verletzt

Das Militär teilte mit, ein ziviler Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums sei im Südlibanon durch eine Drohne der Hisbollah getötet und ein weiterer verletzt worden. Der getötete Bauunternehmer, der 44-jährige Amer Hujirat aus der nördlichen Stadt Shfaram, bediente schwere Baumaschinen im Gebiet von Aitaroun in der Nähe von Bint Jbail, wo Maßnahmen zum Abriss von Infrastruktur der Hisbollah durchgeführt wurden.

Amer Hujirat wurde von einer Drohne der Hisbollah getötet. Foto: privat

Die mit Sprengstoff beladene FPV-Drohne (First-Person-View) traf den von Hujirat bedienten Bagger direkt und tötete ihn. Sein 19-jähriger Sohn, der für dasselbe vom Verteidigungsministerium beauftragte Unternehmen arbeitete, wurde bei dem Vorfall durch Splitter leicht verletzt.

Die Hisbollah feuerte in den letzten Tagen trotz des Waffenstillstands mehrmals mit Sprengstoff beladene Drohnen auf im Südlibanon stationierte Truppen ab. Nach Angaben der IDF explodierten die Drohnen in der Nähe der Truppen, wobei bei einem Angriff ein Soldat leicht verletzt wurde.

Riesige Angriffstunnel der Hisbollah

Zusätzlich gab die israelische Armee am Dienstag bekannt, zwei große Hisbollah-Tunnel in der südlibanesischen Stadt Qantara aufgespürt und zerstört zu haben.

Die Tunnel seien über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren gebaut worden, erreichten eine Tiefe von etwa 25 Metern und seien „vom iranischen Terrorregime finanziert worden und Teil des Plans der Hisbollah zur Eroberung Galiläas“. Die beiden Tunnel – die nahe beieinander liegen, aber nicht miteinander verbunden sind – erstreckten sich über eine Gesamtlänge von etwa zwei Kilometern und gehören damit zu den längsten unterirdischen Systemen, die das Militär bisher im Südlibanon entdeckt hat.

Ein Tunnelsystem der Hisbollah in der Stadt Qantara im Südlibanon wird am 28. April 2026 durch eine kontrollierte Sprengung zerstört. Foto: Israel Defense Forces

Die IDF geht davon aus, dass die unterirdischen Anlagen von der Hisbollah als Sammelpunkt dienen sollten, an dem sich Hunderte von Terroristen auf Abruf einfinden könnten, um Ausrüstung abzuholen und sich auf Angriffe auf israelische Städte vorzubereiten.

Im Inneren der Tunnel fanden die Truppen zahlreiche Waffen und Ausrüstung sowie Vorkehrungen, um sich über längere Zeiträume in den Tunneln aufzuhalten. Einer der Tunnel verfügte über etwa 10 Räume, die jeweils mit mehreren Etagenbetten ausgestattet waren. Am Dienstagnachmittag sprengte das Militär die Tunnel mit 450 Tonnen Sprengstoff.

Titelbild: Ein Hisbollah-Tunnel, der von der israelischen Armee in der Stadt Qantara im Südlibanon entdeckt wurde. 28. April 2026. Foto: Israel Defense Forces

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