
„Viel Spaß in der Hölle” – Rom Braslavski nach Tötung seines Geiselnehmers
JERUSALEM 01.07.2026 (LS) – Mehr als ein Jahr nach seiner Freilassung hat die ehemalige Geisel Rom Braslavski einen lang erhofften Anruf erhalten: Die israelische Armee (IDF) bestätigte ihm persönlich, den Mann getötet zu haben, der ihn in Gaza monatelang gequält und sexuell missbraucht hatte. In einem von Braslavski geteilten Video, das im Moment des IDF-Anrufs aufgenommen wurde, ist er sichtlich bewegt zu sehen. In Tränen bedankt er sich bei den Offizieren, die ihm die Nachricht überbrachten.
„Jetzt kann ich zu 100 Prozent sagen, dass ich gewonnen habe“
Braslavski erklärte erleichtert, die IDF habe „den Mann getötet, der mir am meisten Schaden zugefügt hat“. Die ehemalige Geisel schilderte in einer Nachricht auf Instagramm den erlittenen Missbrauch durch den getöteten Terroristen, der dem Islamischen Dschihad angehörte. „Das war der Typ, der 100 Kilogramm wog und mir auf den Hals sprang, als ich unterernährt war. Das ist sein Gesicht. Das ist der Mann, der mich – als ich am ganzen Körper mit Seilen gefesselt und dem Tod nahe war – dazu zwang, den Mund zu öffnen, und mir dann hinein spuckte“, schrieb Braslavski. Er fügte hinzu: „Das ist der Kommandant, der mir Befehle erteilte und die Terrorzelle leitete, die mich ein ganzes Jahr lang gefangen hielt. Das ist der Kommandant, der den Befehl gab: ‚Fesselt Abu Salem (mich) und foltert ihn, und so weiter.‘ Das ist der Mann, unter dessen Befehl und durch dessen eigene Hand ich gefoltert und mehrmals fast getötet wurde. Das ist er. Weißt du noch, als du mir gesagt hast, ich solle dem Shin Bet eine Nachricht überbringen? Dass du ihnen den Mittelfinger gezeigt hast und keine Angst vor ihnen hast? Die Nachricht wurde überbracht. Viel Spaß in der Hölle, du Mistkerl“.
„Jetzt kann ich zu 100 Prozent sagen, dass ich gewonnen habe”, schloss er.
Kommandanten des 7. Oktobers gezielt getötet
Die IDF bestätigte, der Terrorist, Talal Jaber Mohammad Abd al-Aal, sei am Sonntag bei einem Präzisionsangriff in Gaza getötet worden. Das Militär erklärte zudem, Abd al-Aal habe eine Terrorzelle kommandiert, die am 7. Oktober nach Israel eindrang und am Massaker teilnahm. Anschließend hielt er mehrere israelische Geiseln während des Krieges gefangen.

Am Dienstag teilte das Militär mit, auch Ali Qaid Mohammed Stitan getötet zu haben, einen Nukhba-Zugführer des Islamischen Dschihad. Er war ebenfalls am 7. Oktober nach Israel eingedrungen und hatte in den vergangenen Tagen versucht, Anschläge gegen IDF-Truppen in Gaza zu verüben.
Braslavski, der als Sicherheitskraft beim Nova-Festival nahe Re’im entführt wurde, hatte erst vor wenigen Monaten öffentlich über den sexuellen Missbrauch gesprochen, den er während fast zwei Jahren unterirdischer Gefangenschaft erlitten hatte – Misshandlungen, die laut seinen eigenen Worten darauf abzielten, „meine Würde zu brechen“. Der Tod seines Peinigers markiert für Braslavski einen wichtigen Moment der Verarbeitung – ein Gefühl, dem Erlebten nicht länger machtlos gegenüberzustehen.
Titelbild: Die ehemalige Geisel Rom Braslavsky. Foto: Yonatan Sindel/Flash90