
Ägyptens Trainer schwenkt palästinensische Flagge nach WM-Spiel gegen Australien – Wimbledon verteidigt Wassermelonen-Symbol
JERUSALEM 05.07.2026 (LS) – Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan hat den Sieg seiner Mannschaft gegen Australien am Freitagabend dem palästinensischen Volk gewidmet. In Wimbledon sorgt eine türkische Tennisspielerin mit einem Wassermelonen-Dämpfer an ihrem Schläger für Diskussionen.
Sport als politische Bühne – von Dallas bis London
Kurz nach dem Abpfiff des Elfmeterschießens gegen Australien in Arlington, Texas, lief Hossam Hassan mit einer palästinensischen Flagge durch das Stadion, während Fans „Free, free Palestine“ riefen. In einem Interview nach dem Spiel erklärte er: „Möge Gott ihren Märtyrern Gnade schenken. Ich widme diesen Sieg dem ägyptischen Volk und dem palästinensischen Volk, diesen guten und edlen Menschen.“
Hassan ist weder als religiös noch als politisch aktiv bekannt. Er galt in den 1980er und 1990er Jahren als Volksheld – ein Straßenfußballer aus den ärmeren Stadtvierteln Kairos, der es an die Spitze schaffte. Ob die FIFA Konsequenzen ziehen wird, blieb zunächst offen. Der Weltverband reagierte nicht sofort auf eine Anfrage, hatte aber in der Vergangenheit politische Aussagen auf dem Spielfeld zu unterbinden versucht. Ägypten trifft im Achtelfinale am Dienstag in Atlanta auf Argentinien und Superstar Lionel Messi.
Wimbledon: Wassermelone ist kein politisches Statement
Parallel dazu sorgte beim Wimbledon-Tennisturnier in London die türkische Spielerin Zeynep Sonmez für Aufsehen. Nachdem ihr verboten worden war, einen Anstecker mit palästinensischer Flagge zu tragen, wechselte sie zu einem Schläger-Dämpfer in Form einer Wassermelone – einem Symbol, das in der pro-palästinensischen Bewegung weit verbreitet ist, weil seine Farben Rot, Weiß, Grün und Schwarz denen der palästinensischen Flagge entsprechen.
Turnierchef Jamie Baker erklärte, der Wassermelonen-Dämpfer überschreite nicht die Schwelle für ein störendes politisches Statement: „Wir erlauben keine politischen Botschaften von Spielern auf dem Platz – das ist seit Langem eine konsequente Regel. Beim Wassermelonen-Dämpfer sehen wir keine Störung, die diese Grenze überschreitet.“ Sonmez, die den Dämpfer nach eigenen Angaben schon bei früheren Turnieren verwendet hatte, wies auf eine Doppelmoral hin: Ukrainische Flaggen seien auf dem Platz erlaubt. Wimbledon ist für seine besonders strengen Dresscode-Regeln bekannt.
Titelbild: Hossam Hassan, Trainer der ägyptischen Nationalmannschaft, mit Palästinenser-Flagge nach dem Spiel gegen Australien. Foto: Molly Darlington/Getty Images via AFP