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Weder „Fatahstan“ noch „Hamastan“ – Netanjahus rote Linien auf drei Fronten

JERUSALEM, 10.08.2026 (DR) – Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Sonntag seine Positionen zu Gaza, Libanon und Iran bekräftigt. Er würdigte zugleich die Partnerschaft mit US-Präsident Donald Trump, betonte aber, Israel könne auch gegenüber seinen „besten Freunden standhaft bleiben, wenn es nötig ist“.

Gaza: Streit über die Entwaffnung

Noch vergangene Woche hatte Netanjahu gegenüber Jared Kushner erklärt, er sei grundsätzlich bereit, dem 15-Punkte-Plan eine Chance zu geben. Am Sonntag wies er das Dokument zur Umsetzung der zweiten Phase von Trumps Gaza-Plan jedoch öffentlich zurück.

Das vom Board of Peace veröffentlichte Dokument sieht eine schrittweise Einlagerung der Waffen von Hamas und anderen bewaffneten Gruppen unter einer palästinensischen Technokratenverwaltung vor. Parallel dazu sollen sich israelische Truppen etappenweise zurückziehen.

Hier liegt der zentrale Streitpunkt. Die Hamas vermeidet den Begriff „Entwaffnung“. Netanjahu verlangt dagegen, dass die Terrororganisation sämtliche Waffen abgibt, bevor die israelische Armee (IDF) weiteres Gebiet räumt – „schwere Waffen, leichtere Waffen, alle Waffen“, eine „echte Entwaffnung, nicht eine fiktive“.

Einen palästinensischen Staat in Gaza oder Judäa und Samaria schloss er erneut aus: „Weder Fatahstan noch Hamastan.“

Libanon: Rückzug an Entwaffnung gekoppelt

Auch im Libanon setzt Israel seine Operationen fort. Netanjahu verwies auf Angriffe am Ali-Taher-Höhenzug und sprach von einer „sehr wichtigen Operation“.

Ein im Juni geschlossenes Rahmenabkommen verbindet einen schrittweisen israelischen Rückzug aus dem Südlibanon mit einer überprüfbaren Entwaffnung der Hisbollah. Israel und Libanon haben inzwischen eine gemeinsame Auswahlliste möglicher Staaten vereinbart, die dies überprüfen könnten.

Die Hisbollah ist an dem Abkommen nicht beteiligt und bezeichnete die Verknüpfung des israelischen Rückzugs mit ihrer landesweiten Entwaffnung als „sehr gefährlichen Vorschlag“.

Iran: Vorbereitung auf einen möglichen Alleingang

Netanjahu bekräftigte: „Mit oder ohne Abkommen“ werde Iran, solange er Ministerpräsident sei, keine Atomwaffe besitzen. Laut Kanal 13 bereitet sich die IDF auf mögliche Angriffe ohne US-Beteiligung vor, sollte Washington mit Teheran eine Vereinbarung erzielen.

Der Bericht fällt mit dem Besuch von US-Admiral Brad Cooper, dem Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos (CENTCOM), in Israel zusammen. Laut CNN sucht US-Generalstabschef Dan Caine nach einem Ausweg aus dem Konflikt.

Hintergrund ist auch der schneller als erwartet verlaufende Wiederaufbau iranischer Militärinfrastruktur. Satellitenbilder zeigen Reparaturen an Raketenbasen und Produktionsstätten. Israelische Vertreter räumten ein, frühere Angriffe hätten teils nur Tunneleingänge zerstört, während tief gelagerte Waffen erhalten blieben.

Titelbild: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Bild: Chaim Goldberg/Flash90

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