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1.300 Jahre alte Stadtanlage neben Fussballstadion in Ramat Gan freigelegt

JERUSALEM, 17.08.2026 (NH) – Bei geplanten Bauarbeiten für einen modernen Busbahnhof in der Nähe des Winter-Fussballstadions in Ramat Gan sind Archäologen der israelischen Antiquitätenbehörde (IAA) auf eine bemerkenswerte Entdeckung gestoßen. Unter der Asphaltschicht eines gewöhnlichen Parkplatzes verbarg sich ein rund 1.300 Jahre altes, offenbar gut organisiertes Industrie- und Handelszentrum. Die Grabungsleiter Dr. Yoav Arbel und Lior Rauchberger erklärten, das Ausmaß der Entdeckung habe ihre Erwartungen deutlich übertroffen. Statt einzelner Ruinen legten die Forscher ein sorgfältig geplantes System aus geraden und sich kreuzenden Straßen frei. Entlang dieser antiken Verkehrswege befanden sich Räume, die als Geschäfte oder Lagerhäuser gedient haben sollen, sowie verputzte Industrieanlagen und Keramikbrennöfen.

Hochentwickeltes antikes Handelszentrum im Herzen des Landes

Die Struktur der Anlage deutet darauf hin, dass der Komplex nicht zufällig gewachsen war, sondern von antiken Ingenieuren sorgfältig geplant wurde. Möglicherweise geschah dies im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung der damaligen Regionalverwaltung. Auch die geografische Lage war strategisch gewählt. Der Komplex lag in unmittelbarer Nähe einer wichtigen Hauptstraße, die die Hafenstadt Jaffa über das damalige Verwaltungszentrum Ramla mit Jerusalem verband. Fruchtbares Ackerland und leicht zugängliche Wasserquellen in der Umgebung boten günstige Bedingungen für Landwirtschaft und Handel.

Die erste und bedeutendste Phase der Stadt wird auf das 7. oder 8. Jahrhundert n. Chr. datiert. Sie war rund 150 Jahre lang aktiv. Nach einer zwischenzeitlichen Aufgabe wurde der Ort im 10. Jahrhundert wiederbesiedelt. Wohnhäuser, Produktionsstätten und zahlreiche Tonöfen (Tabuns) prägten das Bild dieser späteren Epoche, bevor die Siedlung im späten 11. Jahrhundert, kurz vor der Ankunft der Kreuzfahrer, endgültig verlassen wurde.

Bei den jüngsten Ausgrabungen kamen bemerkenswerte Alltagsgegenstände zum Vorschein: intakte Öllampen, kunstvolle Bronzegefäße, Kosmetikwerkzeuge, eiserne Spitzhacken, eine Sichel und Dutzende Münzen. Die Funde zeichnen das Bild einer blühenden Wirtschaft und eines aktiven Handelsnetzwerks.

Einige der bei den Ausgrabungen entdeckten Gegenstände. Foto: Emil Eljam und Asaf Peretz/Israelische Altertumsbehörde
Archäologen legen die Überreste der 1.300 Jahre alten Siedlung neben dem Winter-Stadion in Ramat Gan frei. Foto: Emil Eljam und Asaf Peretz/Israelische Altertumsbehörde
Israels tiefe historische Wurzeln durch Archäologie untermauert

Obwohl die Funde selbst keine eindeutige religiöse oder ethnische Zuordnung der dort lebenden und arbeitenden Menschen zulassen, spiegelt die Ausgrabung die vielfältige Geschichte der Region wider, in der im Laufe der Jahrhunderte Juden, Samaritaner, Christen und Muslime lebten. Israels Minister für das nationale Erbe, Rabbi Amichai Eliyahu, betonte die Bedeutung des Fundes: „Die Entdeckung antiker Funde mitten in einem Wohngebiet in Ramat Gan beweist einmal mehr den unermesslichen historischen und archäologischen Reichtum des Staates Israel. Überall im Land öffnen sich faszinierende Fenster in die tiefe Vergangenheit.“

Der Fund fügt sich in eine Reihe bedeutender archäologischer Entdeckungen der vergangenen Jahre ein, die die lange und vielfältige Geschichte Israels dokumentieren. Während politische Debatten die Vergangenheit oft unterschiedlich interpretieren, bringt die Archäologie immer wieder neue Zeugnisse dieser Geschichte ans Licht. Jedes freigelegte Fundstück und jede antike Münze trägt dazu bei, die lange Geschichte einer Region sichtbar zu machen, die seit Jahrtausenden ein Zentrum von Kultur, Handel und menschlichem Leben ist.

Titelbild: Die Ausgrabungen neben dem Winter-Stadion in Ramat Gan. Foto: Emil Eljam und Asaf Peretz/Israelische Altertumsbehörde

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