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Hamas plante 10.000-Mann-Armee im Libanon für Invasion Nordisraels

JERUSALEM, 17.08.2026 (DR) – Neu ausgewertete Hamas-Dokumente haben Pläne der Terrororganisation offengelegt, im Libanon eine bis zu 10.000 Mann starke Truppe aufzubauen. Sie sollte eine zusätzliche Front eröffnen und Angriffe auf Nordisrael ermöglichen. Israelische Soldaten beschlagnahmten die Unterlagen im Gazastreifen. Das Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center wertete sie anschließend aus.

Ziel: 10.000 Kämpfer im Libanon

Im Mittelpunkt steht das Protokoll einer Sitzung des Schura-Rates der Hamas vom August 2023, weniger als zwei Monate vor dem Terrorangriff vom 7. Oktober. Der Schura-Rat ist eines der höchsten Beratungs- und Entscheidungsgremien der Terrororganisation. Damals beklagte Izz al-Din al-Haddad, zu dieser Zeit Kommandeur der Hamas-Brigade in Gaza-Stadt, den langsamen Aufbau der Kräfte im Libanon.

Nach seinen Angaben befanden sich dort rund 1.000 Hamas-Rekruten in militärischer Ausbildung. Der Palästinensische Islamische Dschihad habe dagegen mit Unterstützung der Hisbollah bereits mehr als 1.500 Männer ausgebildet. Hamas müsse aufholen, um in der „Libanon-Arena“ vorbereitet zu sein.

Auch der 2024 getötete Hamas-Führer Yahya Sinwar nahm an der Sitzung teil. Er beschrieb 10.000 ausgebildete Kämpfer als Ziel. Diese sollten zu einer Armee werden. Die damals rund 1.000 Rekruten trainierten demnach in Lagern der Hisbollah und der iranischen Revolutionsgarden. Politische Spannungen zwischen Hamas-Funktionär Khaled Mashal und der Hisbollah hätten den Ausbau jedoch verzögert.

Pläne für eine zweite Front

Frühere Hamas-Dokumente bestätigen, dass der Aufbau einer großen Streitmacht im Libanon bereits länger geplant war. Darin war zunächst von rund 2.000 Mitgliedern die Rede, später von bis zu 10.000.

Dass die Hamas im Libanon nicht nur plante, sondern bereits operativ tätig war, zeigte sich im April 2023. Aus dem Libanon wurden 34 Raketen auf Israel abgefeuert. Israel machte Hamas für den Angriff verantwortlich und griff anschließend Hamas-Ziele im Libanon und im Gazastreifen an.

Wie weit die Ambitionen der Hamas reichten, zeigen weitere im Gazastreifen beschlagnahmte Dokumente. Sie enthalten Pläne für Angriffe aus mehreren Richtungen. Hamas bemühte sich zudem darum, Hisbollah und Iran in eine größere Konfrontation mit Israel einzubinden, und suchte iranische Finanzierung sowie Ausbildung für Tausende weitere Kämpfer.

Einige dieser Vorhaben gingen möglicherweise über die damaligen Fähigkeiten der Hamas hinaus. Sie verdeutlichen jedoch die strategische Größenordnung der Planungen: Die Hamas dachte weit über den Gazastreifen hinaus und bereitete eine koordinierte Konfrontation mit Israel an mehreren Fronten vor.

Titelbild: Mitglieder der palästinensischen Sicherheitskräfte, die der Terrororganisation Hamas loyal sind, bei einer Abschlusszeremonie in Gaza-Stadt, 27.02.2023. Bild: Majdi Fathi/TPS

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