
Hamas verliert Rückhalt – Hollywood feiert verurteilten Terroristen Barghouti
JERUSALEM, 24.08.2026 (NH) – Eine umfassende Meinungsumfrage des Ramallah-basierten Palestinian Center for Policy and Survey Research (PCPSR) unter Leitung von Dr. Khalil Shikaki hat eine deutliche Verschiebung in der palästinensischen Gesellschaft offengelegt. Die Ergebnisse offenbaren einen massiven Vertrauensverlust gegenüber der Hamas. Die politische Unterstützung für die Terrororganisation fiel innerhalb von zehn Monaten von 35% auf 24%. Besonders stark ist der Einbruch in Judäa und Samaria, wo die Zustimmung von 32% auf 18% sank. Auch der Glaube an einen Sieg der Hamas fiel von 39% auf 20%, im sogenannten Westjordanland von 48% auf 21%. Die Zufriedenheit mit der Leistung der Hamas während des Gaza-Krieges sank von 60% auf 42%.
Widersprüchliche Haltung gegenüber der Hamas
Gleichzeitig herrscht ein massiver Vertrauensverlust in die Führung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) unter Präsident Mahmoud Abbas. 79% fordern seinen Rücktritt, 83% beklagen Korruption in den Institutionen der PA. Die Frustration geht offenbar mit einer Abkehr vom bewaffneten Kampf einher. Die Unterstützung für den gewaltsamen Kampf fiel auf ein Vierjahrestief von 27% (zuvor 41%). Zugleich stieg die Zustimmung zu diplomatischen Verhandlungen als effektivstem Weg zu einer Staatsgründung auf 44%. Dennoch bleibt die Haltung widersprüchlich: 72% lehnen eine Entwaffnung der Hamas vor einem vollständigen israelischen Truppenabzug ab.
Inmitten des politischen Vakuums von Abbas und Hamas kristallisiert sich ein neuer Hoffnungsträger heraus: Marwan Barghouti, der in israelischer Haft sitzt. Bei einer hypothetischen Präsidentschaftswahl würde er mit 54% deutlich vor dem Hamas-Führer Khalil al-Hayya (26%) und Abbas (14%) liegen. Palästinensische Unterstützer vergleichen ihn mit Nelson Mandela.
Vom Abbas-Frust zum gefeierten Häftling
Die juristische Realität zeichnet dagegen das Bild eines zentralen Drahtziehers des Terrors. Barghouti war Anführer des militanten Fatah-Arms Tanzim und Gründer der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden. Unter seiner Führung verübte die Gruppierung während der Zweiten Intifada zahlreiche Selbstmordattentate und Schussanschläge auf Israelis. Zu den Anschlägen, die ihm zugerechnet wurden, gehören der Terrorangriff auf eine Bat-Mitzwa-Feier in Hadera, bei dem sechs Israelis ermordet wurden, ein tödlicher Schussanschlag auf der Jaffa-Strasse in Jerusalem sowie die Attacke auf das Seafood Market-Restaurant in Tel Aviv, bei dem drei Menschen starben.
2002 wurde Barghouti während der israelischen Militäroperation „Schutzschild“ (Homat Magen) in Ramallah festgenommen. Ein israelisches Gericht verurteilte ihn 2004 wegen fünffachen Mordes und versuchten Mordes zu fünf aufeinanderfolgenden lebenslangen Haftstrafen sowie weiteren 40 Jahren Gefängnis. Seitdem verbüßt er seine Strafe im Sicherheitsgefängnis Hadarim.
Hollywoods absurder Heldenkult
Trotz des Gerichtsurteils und der ihm zugerechneten Verantwortung für den Tod unschuldiger Zivilisten hat sich in Hollywood eine Solidarisierungswelle formiert. Mehr als 20 Schauspieler aus dem „Marvel Cinematic Universe“ sollen sich der internationalen Kampagne „Freedom for Marwan“ angeschlossen und seine Freilassung gefordert haben. Zu den genannten Unterzeichnern zählen Benedict Cumberbatch (Doctor Strange), Mark Ruffalo (Der Hulk), Don Cheadle (War Machine), Cate Blanchett (Hela in Thor), Tilda Swinton (Die Älteste), Ian McKellen (Magneto) und Daniel Brühl (Baron Zemo). In einer gemeinsamen Erklärung bekunden die Unterstützer ihre „tiefe Besorgnis über die anhaltende Haft“ und fordern die Vereinten Nationen und Regierungen weltweit auf, sich für die Freilassung Barghoutis einzusetzen. Die Opfer der ihm zur Last gelegten Anschläge finden dabei keine vergleichbare Beachtung.
Dass Schauspieler, die auf der Kinoleinwand fiktive Superhelden verkörpern und den Kampf gegen das Böse zelebrieren, im echten Leben die Freilassung eines wegen Mordes verurteilten Mannes unterstützen, ist an Scheinheiligkeit und Absurdität kaum zu überbieten. Es offenbart ein tief sitzendes moralisches Defizit in Teilen der westlichen Kulturelite, die sich bereitwillig vor den Karren einer perfiden Terrorpropaganda spannen lässt.
Titelbild: Fatah-Führer Marwan Barghouti wird am 25. Januar 2012 von israelischen Polizisten in Handschellen zum Jerusalemer Gericht geführt. Der wegen Mordes verurteilte Barghouti findet inzwischen auch in Hollywood große Sympathien. Foto: Flash90/Maariv