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Huckabee bei Besuch in palästinensischem Dorf: Kein Plan zur Zwangsvertreibung aus Gaza

JERUSALEM 06.09.2026 (LS) – US-Botschafter Mike Huckabee hat am Samstag palästinensisch-amerikanische Familien in Turmus Ayya im sogenannten Westjordanland (dem historischen Judäa und Samaria) besucht und wies dabei Berichte über eine geplante Zwangsvertreibung der Gazabevölkerung klar zurück. Gleichzeitig forderte er Israel zu ernsthaften Konsequenzen bei Siedlergewalt auf.

Freiwillige Ausreise ja – Zwang nein

„Ich kann kategorisch sagen: Es gibt keinen Plan der Israelis, Menschen gegen ihren Willen aus Gaza zu vertreiben“, erklärte Huckabee vor Journalisten. Er betonte jedoch, eine freiwillige Ausreise sei eine andere Sache: „Es gibt eine Offenheit dafür, dass Menschen, die gehen wollen, das Recht dazu haben sollten. Menschen an einem Ort einzusperren, an dem sie nicht sein wollen, wäre meiner Meinung nach eine absolute Schande.“

Der Besuch erfolgte, nachdem Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir diese Woche einen Sieben-Jahres-Plan zur freiwilligen Emigration der rund zwei Millionen Bewohner Gazas vorgestellt hatte, und Verteidigungsminister Katz erklärte hatte, es gebe „keine echte Lösung für Gaza ohne diese Migration“. Huckabee distanzierte sich von solchen Plänen: „Niemand schlägt eine Zwangsvertreibung vor. Weder die Israelis noch die Amerikaner. Ich kenne niemanden, der das unterstützt.“

In Turmus Ayya traf Huckabee auch mit Familien palästinensischer Amerikaner zusammen, darunter Angehörige von US-Bürgern, die nach eigener Aussage Opfer von Siedlergewalt wurden. Huckabee forderte dabei „ernste Konsequenzen“ für gewalttätige Siedler.

US-Botschafter in Israel Mike Huckabee besucht das palästinensische Dorf Turmus Ayya nahe Ramallah, in einem Haus eines Palästinensers mit US-amerikanischer Staatsbürgerschaft. 5. September 2026. Foto: STR
US-Botschafter in Israel Mike Huckabee besucht das palästinensische Dorf Turmus Ayya nahe Ramallah, in einem Haus eines Palästinensers mit US-amerikanischer Staatsbürgerschaft. 5. September 2026. Foto: STR
Siedler warnt vor Falschdarstellungen

Ein jüdischer Bewohner der Gemeinden im Raum Shiloh wandte sich an Mike Huckabee, nachdem dieser beim Besuch des arabischen Dorfes angebliche „gefährliche Siedler“ in einem Sicherheitsfahrzeug gefilmt hatte.

„Lieber Mike Huckabee“, schrieb Amishav Melet in einem X-Beitrag, der nach dem Schabbat veröffentlicht wurde. „Nun, das war ich. Ich war der Fahrer des Rangers, den Sie gefilmt haben.“ Nach Berichten über eine Versammlung von Fahrzeugen am Rande von Turmus Ayya sei er in den Sicherheits-Ranger gestiegen, um nachzusehen, was vor sich ging. Das Gebiet war bereits öfters Ziel von palästinenischen Angriffen und Brandstiftung. Gleichzeitig habe er die Armee benachrichtigt, wie es die Sicherheitsvorschriften vorschreiben.

„Als wir ankamen und seriöse Leute sowie Medienvertreter sahen, grüßten wir sie und setzten unseren Weg fort“, schrieb er. „Kurz darauf teilte uns die Armee mit, dass es sich um einen ordnungsgemäßen, koordinierten Besuch handelte.“ „Das ist die ganze Geschichte“, fügte Melet hinzu. „Und dennoch wurden wir innerhalb weniger Minuten in den Medien als ‚gefährliche Siedler‘ dargestellt.“

„Ein Mitglied des Gemeinderats von Turmus Ayya, Abu Samra, mit dem Sie heute beim herzlichen Händeschütteln fotografiert wurden, ist ein entlassener Terrorist, der sich mit Waffen fotografiert und Aufrufe zum Mord und zu Angriffen veröffentlicht“, informierte er Huckabee. „Im ganzen Dorf gibt es Dutzende von Denkmälern, die Terroristen und Terrorismus verherrlichen, neben einer Karte des Staates Israel, die in den Farben Palästinas gestrichen ist und von ihren wahren Absichten zeugt“.

Titelbild: US-Botschafter Huckabee besucht am 5. September das palästinensische Dorf Turmus Ayya. Foto: STR

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