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Libanesischer Abgeordneter stellt Frieden mit Israel in Aussicht

JERUSALEM, 07.09.2026 (DR) – Der libanesische Abgeordnete Fouad Makhzoumi hat eine Entwaffnung der Hisbollah und anschließende Friedensbeziehungen mit Israel gefordert. Danach könne sich der Libanon auch den Abraham-Abkommen anschließen.

In einem Interview mit dem Nachrichtensender Middle East 24 erklärte der oppositionelle sunnitische Politiker, er sehe keinen Grund, der gegen Frieden mit Israel spreche. Voraussetzung sei jedoch, dass der libanesische Staat alle Milizen entwaffne. Die Hisbollah dürfe das Land nicht länger als Ausgangspunkt für Angriffe auf Israel nutzen.

Makhzoumi gehört seit 2018 dem libanesischen Parlament an und vertritt einen Wahlkreis in Beirut. Außerdem führt er die von ihm gegründete Nationale Dialogpartei. Seine Äußerungen sind keine offizielle Friedensinitiative der libanesischen Regierung.

Hisbollah weiterhin bewaffnet

Nach Makhzoumis Einschätzung kontrolliert der Staat seine Grenzen bislang nicht vollständig. Dadurch könnten Waffen in den Libanon hinein- und aus ihm herausgeschmuggelt werden. Bereits zuvor hatte er die Armee aufgefordert, mit einem Kontrollposten in der Beiruter Hisbollah-Hochburg Dahieh gegen den Waffenschmuggel vorzugehen.

Die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Terrororganisation ist auch Gegenstand internationaler Bemühungen. Mehr als zehn EU-Staaten sind laut Reuters bereit, Personal und Mittel für eine geplante Mission zur Beratung und Ausbildung der libanesischen Armee bereitzustellen. Diese soll dem Staat helfen, die Kontrolle über sein gesamtes Gebiet zu übernehmen. Die Umsetzung kommt jedoch nur langsam voran. Die Hisbollah lehnt die Abgabe ihrer Waffen weiterhin ab.

Frieden als Voraussetzung für Investitionen

Der Abgeordnete verband seine Forderung mit der wirtschaftlichen Zukunft des Libanon. Neue Investitionen seien erst zu erwarten, wenn überall dieselben Gesetze gelten, nur eine staatliche Armee existiert und die Hisbollah ihren „Parallelstaat“ verliert.

Zugleich baut der Libanon seine Wirtschaftsbeziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten aus. Eine emiratische Delegation besuchte im August Beirut und vereinbarte eine engere Zusammenarbeit bei Handel und Investitionen.

Auch die libanesische Zentralbank bemüht sich um mehr Transparenz. Sie hat die auf Krisenmanagement und Finanzermittlungen spezialisierte Unternehmensberatung Alvarez & Marsal mit einer neuen Prüfung ausgewählter Geschäfte aus den ersten Jahren der schweren Finanzkrise beauftragt. Die Prüfung soll Transparenz über die untersuchten Geldflüsse schaffen.

Zehntausende junge Libanesen und Fachkräfte haben in den letzten Jahren das Land verlassen, weil sie dort keine Perspektive sehen. Über die Bereitschaft der wohlhabenden libanesischen Diaspora zur Rückkehr erklärte Makhzoumi: „Gebt mir einen Staat, gebt mir einen Ort, an den ich meine Kinder zurückbringen kann.“

Titelbild: Menschen mit libanesischen Nationalflaggen bei einer Kundgebung in Tripoli im Norden des Libanon. Symbolbild. Foto: Mohamad Mekawi/Pexels

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