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Sukkot – die „Zeit unserer Freude“ in Verbindung mit Gott, der Natur und unseren Freunden

JERUSALEM, 25.09.2026 (LS) – Das jüdische Laubhüttenfest Sukkot beginnt am heutigen Abend des 25. September mit Sonnenuntergang. Damit fällt das Fest dieses Jahr mit Schabbat zusammen. Direkt an dieses siebentägige Fest schließt sich der eigenständige Feiertag Simchat Thora an.

Erinnerung an die Zeit in der Wüste

Sukkot beginnt fünf Tage nach Jom Kippur. Während Jom Kippur ein feierlicher Tag der Sühne ist, herrscht an Sukkot eine ganz andere Stimmung: Freude und Festlichkeit. Es ist ein Erntedankfest, das an die Zeit erinnert, als die Israeliten nach ihrem Auszug aus Ägypten 40 Jahre lang durch die Wüste wanderten und in provisorischen Unterkünften, den sogenannten Sukkot (Plural von Sukka), lebten. Diese zerbrechlichen, behelfsmäßigen Hütten erinnern die Juden heute an die Verletzlichkeit des Lebens und daran, wie sehr sie in jenen Jahren in der Wüste auf göttlichen Schutz angewiesen waren.

Die Sukka ist ein zentrales Symbol des Festes. Viele jüdische Familien errichten im Freien eine Laubhütte und schmücken sie mit Früchten, Lichtern und selbstgebastelten Dekorationen. Sieben Tage lang werden die Mahlzeiten in der Sukka eingenommen und viele schlafen sogar darin. Damit verlassen sie symbolisch den Komfort ihrer Häuser, um sich wieder mit der Einfachheit und der Geborgenheit bei Gott direkt unter dem Sternenhimmel zu verbinden.

Laubhütten im Vorfeld des jüdischen Laubhüttenfestes im Jerusalemer Stadtteil Mea Schearim. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

Neben der Sukka sind „die vier Arten“ ein weiteres zentrales Element des Festes. Der aus dem Lulav (einem geschlossenen Palmzweig), Hadasim (Myrtenzweigen), Aravot (Weidenzweigen) und Etrog (einer Zitrusfrucht) bestehende Feststrauß wird im Rahmen der Sukkot-Gebete in alle Richtungen geschwenkt. Das symbolisiert die Einheit der gesamten Schöpfung unter Gottes Herrschaft. Aufgrund ihrer Form steht jede dieser Arten für einen anderen Teil des Körpers: Der Lulav steht für die Wirbelsäule, die Hadasim für die Augen, die Aravot für die Lippen und der Etrog für das Herz – als Symbol dafür, wie wir Gott mit unserem ganzen Wesen dienen.

Die „Zeit unserer Freude“

Sukkot wird als S’man Simchateinu bezeichnet, was so viel bedeutet wie „Zeit unserer Freude“. Doch welcher Zusammenhang besteht zwischen einem Fest, das vom Umherziehen in der Wüste handelt, und Freude?

Das Sukkot-Fest lehrt uns vor allem, uns an den wesentlichen Dingen des Lebens zu erfreuen. Trotz der Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit der Sukka lädt sie uns dazu ein, Freude am gegenwärtigen Moment zu finden und das zu schätzen, was wir haben: ein Dach über dem Kopf, Essen, Familie und Gemeinschaft. Die Freude am Sukkot-Fest entspringt nicht materiellem Luxus, sondern dem Erkennen und Feiern der einfachen Segnungen, die oft unbemerkt bleiben.

Drei Wege, wie Sukkot Freude weckt

1. Dankbarkeit für das Hier und Jetzt

Wenn wir eine Sukka betreten, halten wir inne und vereinfachen unser Leben. Das offene Dach ermöglicht es uns, zum Himmel hinaufzuschauen, und erinnert uns sowohl an unsere Verletzlichkeit als auch an den Reichtum um uns herum. Dieser Moment der Besinnung verlagert unseren Fokus von dem, was uns fehlt, auf das, was wir haben.

2. Verbindung zur Natur

Sukkot ist eng mit dem landwirtschaftlichen Zyklus und der Ernte verbunden. Auch heute noch bietet es uns die Möglichkeit, wieder eine Verbindung zur Erde herzustellen. Zeit in einer Sukka zu verbringen, den Lulav zu schütteln und den Etrog zu halten, sind Wege, sich auf die Natur und ihre Rhythmen einzulassen und fördert die Freude an unserer Beziehung zur Natur.

3. Gemeinschaft schaffen und Freude teilen

Eine der schönsten Traditionen von Sukkot ist es, Gäste in der Sukka willkommen zu heißen. Ob Freunde, Familie oder Nachbarn – das Zusammenkommen in der Sukka unterstreicht die Bedeutung der Gemeinschaft. Freude vervielfacht sich, wenn man sie teilt, und Sukkot schafft einen Raum, um Verbindungen aufzubauen, bleibende Erinnerungen zu schaffen und das Zusammensein zu feiern.

Titelbild: Die gesamte Familie ist am Schmücken der Sukka beteiligt. Kinder basteln zu Hause und in der Schule Dekorationen und die Eltern hängen sie an das Dach und die Wände. Foto: Ayal Margolin/Flash90

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