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Aufbruchsstimmung im Grenzgebiet zum Gazastreifen: Die Bewohner kehren zurück – Neue Arbeitsplätze geschaffen

JERUSALEM, 9.10.2026 (TPS-IL) – Die Bevölkerung in Israels Grenzregion zum Gazastreifen, bekannt als „Tekuma“ (deutsch „Wiederaufleben“), ist seit dem Vorabend des Angriffs vom 7. Oktober 2023 um rund zehn Prozent gewachsen. Das geht aus Zahlen des israelischen Zentralamts für Statistik und der Tekuma-Verwaltung, der für den Wiederaufbau zuständigen Regierungsbehörde, hervor. Derzeit leben etwa 66.000 Menschen in der Region, rund 5.000 mehr als vor dem Krieg. Die Wachstumsrate liegt beim 2,5-Fachen des nationalen Durchschnitts.

Attraktiv für Familien

Mehr als 90 Prozent der während des Krieges evakuierten Einwohner sind zurückgekehrt. Sderot ist mit etwa 40.000 Einwohnern – mehr als der Hälfte der Bevölkerung der Region – nach wie vor das größte städtische Zentrum. Zudem sind Tausende neuer Familien in das Grenzgebiet gezogen. Die örtlichen Schulen haben nun etwa 2.000 Schüler mehr als vor dem Krieg, während weitere 1.000 junge Menschen an vormilitärischen Akademien, Nahal-Gruppen, Zivildienstprogrammen und religiösen Studienprogrammen teilnehmen.

Die meisten der 47 Gemeinden der Region sind mittlerweile aktiv und bewohnt. Kfar Aza verzeichnete im Jahr 2026 eine Rückkehrquote von 96 Prozent, während die Bewohner von Holit nach langwierigen Wiederaufbaubeschränkungen allmählich zurückkehren. Be’eri wird voraussichtlich bis Jahresende wieder bewohnt sein, während der Wiederaufbau von Nir Oz voraussichtlich im Jahr 2027 abgeschlossen sein wird.

Die Tekuma-Verwaltung strebt an, die Einwohnerzahl der Region bis zum Jahr 2033 auf etwa 120.000 zu verdoppeln.

Landwirtschaft bleibt wichtige Säule

Die Landwirtschaft bleibt eine strategische Säule der Region und der Ernährungssicherheit Israels. Der Angriff vom 7. Oktober und die darauf folgenden Kämpfe führten zu erheblichen Verlusten an landwirtschaftlichen Arbeitskräften, Ausrüstung und Anbauflächen.

Bei den Wiederaufbaumaßnahmen liegt der Schwerpunkt auf fortschrittlicher Agrartechnologie und der Gewinnung jüngerer Arbeitskräfte. Erfahrene Landwirte können Zuschüsse in Höhe von 50 Prozent der Investitionskosten für den Wiederaufbau von Gewächshäusern, Milchviehställen, Tierhaltungsanlagen, Geflügelställen und Obstplantagen erhalten. Ein separates „Next Generation“-Programm zielt darauf ab, junge Landwirte und Unternehmer zu gewinnen.

Große Teile von Kfar Aza sind mittlerweile renoviert und wieder bewohnt. Foto: Tommy Mueller/Fokus Jerusalem

Der Arbeitskräftemangel treibt die Automatisierung voran. Zuschüsse in Höhe von bis zu 40 Prozent der Investitionskosten und bis zu 10 Millionen Schekel (2,9 Millionen Euro) pro Betrieb unterstützen den Einsatz von Robotik und Automatisierung in regionalen Verpackungsbetrieben. Die industrielle Basis der Region verlagert sich hin zu fortschrittlicher Fertigung und besser bezahlten Arbeitsplätzen.

Neue Technologie-Projekte

Zu den Großprojekten zählt ein geplanter Beschäftigungs- und Industriekomplex im Kibbuz Kfar Aza, der voraussichtlich 2027 eröffnet wird. In Sha’ar HaNegev fördern die Verantwortlichen gemeinsam mit dem Sapir Academic College einen Hightech-Park, ein regionales Forschungsinstitut und ein Innovationszentrum.

Trotz erheblicher Investitionen und der Rückkehr der meisten Einwohner ist der Wiederaufbau noch lange nicht abgeschlossen. Große Flächen wurden durch Kampfhandlungen und den Einsatz von Militärfahrzeugen direkt beschädigt, wobei die Verluste auf mehrere zehn Millionen Schekel geschätzt werden. Die Sanierung dieser Flächen und der umliegenden Umgebung ist nach wie vor im Gange.

Dennoch bewegt sich die Region von der Notfallwiederherstellung hin zu langfristigem Wachstum. Die Gemeinden füllen sich wieder mit Einwohnern, Unternehmen bauen ihre Betriebe wieder auf, die Landwirtschaft führt neue Technologien ein, und große Industrieprojekte sind im Gange. Das Ziel der Regierung besteht nicht nur darin, die Gemeinden an der Grenze zum Gazastreifen wiederherzustellen, sondern bis 2033 eine größere, stärkere und technologisch fortschrittlichere Region zu schaffen.

Titelbild: Israelische Freiwillige beteiligen sich an den Bemühungen zum Wiederaufbau des Kibbuz Kfar Aza. Foto: Gideon Markowicz/TPS-IL

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