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Cyberkrieg gegen Israel – Hacker missbrauchen Überwachungskameras

JERUSALEM, 12.10.2026 (NH) – Sie sollen Menschen schützen, können aber auch Feinden helfen: Vernetzte Überwachungskameras sind zu einem wichtigen Ziel im Cyberkrieg gegen Israel geworden. Iranische Hacker und andere Angreifer nutzen Sicherheitslücken, um Bewegungen zu verfolgen und militärisch relevante Informationen zu sammeln. Ein Bericht des Wall Street Journal zeigt, wie groß die weltweite Bedrohung ist.

Wenn Kameras zu Spionagewerkzeugen werden

Weltweit sind schätzungsweise 1,2 Milliarden Kameras mit dem Internet verbunden. Veraltete Software, schwache Passwörter und ungeschützte Systeme machen viele davon angreifbar. Im Norden Israels bemerkte ein Geflügelhalter nahe der libanesischen Grenze, dass die Sprache seiner Kamera plötzlich auf Arabisch umgestellt war. Nach Angaben der Nationalen Cyber-Direktion Israels hatten iranische Akteure das chinesische Gerät gehackt, um militärische Aktivitäten zu beobachten.

Während des Krieges zwischen Israel und Iran im Juni 2025 versuchten iranische Hacker zudem, Straßen- und Parkhauskameras zu infiltrieren, um Informationen über prominente Israelis zu sammeln. Auch eine Kamera nahe dem Weizmann-Institut in Rehovot soll kurz vor einem iranischen Raketenangriff auf das Gelände kompromittiert worden sein.

Vom digitalen Angriff zur militärischen Aufklärung

Die Gefahr ist nicht neu. Bereits 2021 dokumentierte die israelische Cybersicherheitsfirma ClearSky Angriffe einer mit der Hisbollah verbundenen Hackergruppe auf Telekommunikationsanbieter. Im November 2022 veröffentlichte die iranische Gruppe „Moses Staff“ Aufnahmen einer gehackten Kamera nach einem Terroranschlag an einer Jerusalemer Bushaltestelle, offenbar auch, um psychologischen Druck auszuüben.

Auch im Ukrainekrieg werden zivile Kameras zur Beobachtung von Truppenbewegungen genutzt. Umgekehrt berichtete die Financial Times, israelische Stellen hätten gehackte Verkehrskameras in Teheran ausgewertet, um Bewegungsmuster hochrangiger iranischer Funktionäre zu analysieren.

Israel verstärkt seine Cyberabwehr

Nach Angaben der israelischen Cyber-Direktion arbeitet Israel daran, seine digitale Infrastruktur besser zu schützen. Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören sichere Passwörter, regelmäßige Software-Updates und das Abschalten unnötiger Internetverbindungen. Zudem arbeitet das Land an gesetzlichen Vorgaben für den Schutz vor Cyberangriffen.

Die Gefahr reicht weit über gestohlene Bilder hinaus. Wer Kameras kontrolliert, kann Bewegungen verfolgen, Routinen erkennen und Informationen für Angriffe sammeln. Damit werden selbst alltägliche Geräte zu einem möglichen Sicherheitsrisiko.

Titelbild: Menschen genießen die Strandpromenade von Tel Aviv. Die Überwachungskameras über ihnen können von feindlichen Akteuren für Spionage und militärische Aufklärung missbraucht werden. Foto: Nati Shohat/Flash90

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