
Flugstopp nach Terrorversuch: Israelis sitzen weiterhin in Dubai fest
JERUSALEM, 13.10.2026 (DR) – Der vereitelte Terroranschlag auf eine Flydubai-Maschine hat den Flugverkehr zwischen Israel und Dubai erheblich beeinträchtigt. Tausende Israelis konnten bereits zurückkehren, andere sitzen weiterhin in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) fest. Auch geplante Asienreisen sind betroffen.
Sicherheitsstreit verhindert Wiederaufnahme
Am 30. September griff ein omanischer Copilot auf einem Flug von Dubai nach Tel Aviv den Flugkapitän mit einer Axt an. Nach Angaben der emiratischen Staatsanwaltschaft wollte er die Maschine in den Ben-Gurion-Flughafen steuern. Besatzung und Passagiere verhinderten den Anschlag. Das Flugzeug landete sicher in Saudi-Arabien.
Flydubai hat daraufhin sämtliche Flüge nach Tel Aviv mindestens bis zum 31. Oktober eingestellt. Nach einer internen Untersuchung entließ die Gesellschaft zahlreiche Sicherheitsmitarbeiter und beantragte die Wiederaufnahme des Flugbetriebs. Das israelische Verkehrsministerium verweigert jedoch die Genehmigung und wirft Flydubai vor, bestehende Sicherheitsvereinbarungen bewusst verletzt zu haben.
Im Allgemeinen hat der Anschlagsversuch Fragen zur Sicherheitsüberprüfung ausländischer Flugbesatzungen aufgeworfen. Zwischen dem israelischen Verkehrsministerium und dem Inlandsgeheimdienst Shin Bet besteht Streit über die Zuständigkeit für die Kontrollen. Dennoch fliegt Etihad Airways weiterhin zwischen Abu Dhabi und Tel Aviv. Ob für die Fluggesellschaft andere Sicherheitsverfahren gelten, ist öffentlich nicht geklärt.
Reguläre Flüge israelischer Gesellschaften in die Emirate sind bereits seit Ende Februar 2026 ausgesetzt. Am Flughafen Dubai besteht Streit über die Umsetzung israelischer Sicherheitsanforderungen wie zusätzlicher Gepäckkontrollen und des Einsatzes israelischen Sicherheitspersonals. Solche Maßnahmen gehören seit Jahrzehnten zum Schutz israelischer Fluggesellschaften vor Terroranschlägen.
Reisende müssen teure Alternativen finden
Nach dem Anschlagsversuch organisierten El Al, Arkia und Israir mit Sondergenehmigungen Rückholflüge aus Dubai. Andere Reisende fuhren ins rund 140 Kilometer entfernte Abu Dhabi, um mit Etihad Airways zurückzukehren. Nach Angaben des israelischen Verkehrsministeriums waren bis zum 6. Oktober mehr als 7.415 Passagiere zurückgekehrt.
Am 7. Oktober entzogen die emiratischen Behörden jedoch die Landegenehmigungen für die verbleibenden Rückholflüge. Der genaue Grund blieb unklar. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund des ungelösten Streits über israelische Sicherheitsanforderungen am Flughafen Dubai. Die Rückholaktion musste deshalb vorzeitig abgebrochen werden.
Nach Einschätzung von Mark Feldman, Geschäftsführer des Jerusalemer Reisebüros Ziontours, sitzen weiterhin einige Hundert Israelis in Dubai fest. Doch auch künftige Reisende sind verunsichert. „Wir haben mehrere Tausend Menschen, die in den kommenden zweieinhalb Monaten nach oder über Dubai fliegen wollen und uns fragen, was sie tun sollen“, erklärte Feldman.
Wichtiges Drehkreuz nach Asien
Seit der Normalisierung der Beziehungen 2020 hat sich Dubai zu einem wichtigen Drehkreuz für israelische Reisende entwickelt. Besonders Verbindungen nach Thailand, China, Japan und auf die Philippinen führen über die Emirate.
2025 nutzten rund 1,5 Millionen Passagiere Flugverbindungen zwischen Israel und den VAE. Das entsprach 8,3 Prozent des Passagieraufkommens am Ben-Gurion-Flughafen. Damit lagen die Emirate hinter Griechenland und den USA auf Platz drei der wichtigsten Flugverbindungen Israels.
Solange eine Sicherheitsvereinbarung ausbleibt, müssen viele Reisende weiterhin auf längere und teurere Flugverbindungen ausweichen.
Titelbild: Terminal 3 des internationalen Flughafens Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten (Archivbild). Foto: Volodymyr Vlasenko/Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)