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Prognosen: Netanjahu und Eisenkot liegen Kopf an Kopf – Beide Blöcke verfehlen die Mehrheit

JERUSALEM, 27.10.2026 (TM) – Die Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bei den Wahlen am Dienstag die meisten Stimmen erhalten, doch laut einer Nachwahlbefragung von Channel 12 hat keines der beiden politischen Lager in Israel eine klare Perspektive auf die Regierungsbildung. Laut der Wählerbefragung wird der Likud 24 bis 27 Sitze in der Knesset gewinnen, während die von Gadi Eisenkot geführte zentristische Oppositionspartei Yashar 20 bis 22 Sitze erringen wird. Für eine Regierungsbildung sind beide Parteien auf Koalitionspartner angewiesen.

Nach den unterschiedlichen Prognosen der großen israelischen TV-Sender liegt der Netanjahu-Block bei 50 Sitzen, der Eisenkot-Block bei 52 oder 53. Gewinner sind die arabischen Parteien, die voraussichtlich 16 bis 18 Sitze erringen werden.

Die Prognose von i24 News: Likud 27, Yashar 20, B’Yachad 15, Demokraten 9, Joint Arab List 9, Shas 8, United Torah Judaism 7, Otzma Yehudid 7, Ra’am 7, Religiöser Zionismus 6. An der 3,25 Prozent-Hürde gescheitert sind die Parteien Amcha Yisrael und die Reservistenpartei.

Die Prognosen beruhen auf der Befragung von Wählern nach der Stimmabgabe. Sie geben nur ein grobes Ergebnis wieder.

Gadi Eisenkot könnte mit Unterstützung der arabischen Parteien der neue Ministerpräsident Israels werden. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

Bemerkenswert ist die hohe Wahlbeteiligung in den arabischen Gemeinden. Am Abend hieß es, dass sie um 15 Prozentpunkte höher lag als vor vier Jahren. Insbesondere die Ra’am-Partei hatte bis zuletzt ihre Anhänger mobilisiert mit dem Argument, dass Gadi Eisenkot nicht ohne die Unterstützung der Araber Netanjahu ablösen könne. Eisenkot (66), ein früherer Armeechef, hatte im Vorfeld eine Koalition mit den arabischen Parteien ausgeschlossen. Aber es besteht die Möglichkeit, dass Ra’am eine Regierung unter Eisenkots Führung tolerieren würde, ohne einer Koalition formell beizutreten.

Am Wahltag kam es in weiten Teilen Israels zu Starkregen, der Stromausfälle und Überflutungen verursachte. Der Likud, die Shas-Partei und Otzma Yehudit stellten deshalb den Antrag, die Wahllokale länger als 22 Uhr geöffnet zu lassen. Das Zentrale Wahlkomitee lehnte das ab. Ministerpräsident Netanjahu und Finanzminister Smotrich hatten am Abend gemeinsam die Unterstützer der rechten Parteien dazu aufgerufen, an die Urnen zu gehen, wobei sie auf die hohe arabische Wahlbeteiligung verwiesen.

Die sogenannten „Doppelumschläge“, also die Stimmen von Soldaten, Diplomaten, Gefangenen und Krankenhauspatienten, werden voraussichtlich erst mehrere Tage nach Schließung der Wahllokale vollständig ausgezählt sein. Erst dann wird ein amtliches Endergebnis vorliegen. Die Soldaten haben bei den vergangenen Wahlen mehrheitlich konservativ gewählt. Das könnte die arabischen Parteien noch schwächen.

Der Wahltag war in Israel ein gesetzlicher Feiertag. Es war die erste Parlamentswahl seit dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023. Die Wahllokale waren fast überall von 7 bis 22 Uhr geöffnet.

Titelbild: „Bibi“ Netanjahu und seine Frau Sara nach der Stimmabgabe in Jerusalem. Nach den Prognosen wurde sein Likud stärkste Partei, aber es reicht nicht für eine Mehrheit seiner Koalition. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

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