
Streit um Feldlazarett für Gaza-Kinder – Netanjahu verweigert Bau eines provisorischen Krankenhauses
JERUSALEM, 21.07.2024 (NH) – Israel bereitet den Bau eines provisorischen Feldlazaretts zur Behandlung palästinensischer Kinder aus Gaza vor. Dies geschieht, nachdem der israelische Ärzteverband das Gesundheitsministerium aufgefordert hat, eine provisorische medizinische Einrichtung zu errichten. In dem Krankenhaus sollen palästinensische Kinder mit chronischen Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder orthopädischen Verletzungen behandelt werden. Nach Bekanntwerden des Beschlusses protestierten Familien entführter Israelis: „Eine empörende Entscheidung, die unser Blut zum Kochen bringt“. Nun hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angekündigt, die Errichtung des Feldlazaretts auf israelischem Territorium nicht zuzulassen.
Trotz geplanter Sicherheitschecks – Netanjahu verweigert
Mitten im Gaza-Krieg „Eiserne Schwerter“ plant der jüdische Staat den Bau eines provisorischen Krankenhauses für palästinensische Kinder auf israelischem Gebiet. Das Krankenhaus soll mehrere Dutzend Kinder aufnehmen und von israelischen Ärzten geleitet werden. Außerdem soll ein Transitpunkt eingerichtet werden, um die Kinder zur Weiterbehandlung in Drittländer zu bringen. Die Gesamtverantwortung für das provisorische Kinderkrankenhaus auf israelischem Territorium sowie die Überstellung der Patienten an Drittstaaten läge allein bei der israelischen Armee und dem Verteidigungsministerium.
Der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant hofft, durch den Bau eines Gaza-Kinderkrankenhauses und anderen humanitären Operationen die internationale Legitimität für die Fortsetzung der Kämpfe in Gaza gegen die Hamas zu erhalten. Das Verteidigungsministerium versicherte, dass „vorherige Sicherheitskontrollen sicherstellen werden, dass die Patienten und ihre Familien nicht mit der Hamas und anderen Terrororganisationen in Verbindung stehen“.
Feldlazarett sorgt für Kontroverse auf beiden Seiten
Nachdem Gallant mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin über den geplanten Bau gesprochen hatte, veröffentlichte das Büro des Premierministers die Entscheidung: „Das Krankenhaus wird nicht gebaut“. In einer Erklärung detailliert Netanjahus Militärsekretär, Generalmajor Roman Goffman, die Pläne, eine Route zu schaffen, um die Patienten später in andere Länder zu fliegen, seien noch nicht ausgereift. Netanjahu lehnt daher den Bau eines Feldlazaretts so lange ab, bis ein Abkommen mit den Staaten unterzeichnet ist, die die Patienten aufnehmen. Als Drittländer kämen die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei und Jordanien infrage.
Die Palästinenser zeigen sich von der humanitären Initiative Israels inmitten der anhaltenden Kämpfe unbeeindruckt. So hält Mustafa Ibrahim, ein palästinensischer Anwalt, der sich in der Sicherheitszone von Khan Yunis aufhält, die israelische Hilfe für „reine zionistische Propaganda“. Aber auch unter den Angehörigen israelischer Geiseln ist der Bau des Krankenhauses umstritten. Mitglieder des „Tikva Forums“ empörten sich über die strittige Entscheidung. „Die Eltern dieser Kinder waren offenbar am Massaker von Simchat Tora beteiligt, und es ist uns absolut verboten, auch nur einen einzigen Bewohner Gazas auf unser Territorium zu lassen. Keine Hilfe für Feinde“, so das Forum.
Titelbild: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (rechts) und der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant sind sich uneinig über den Bau eines Feldlazaretts. Foto: Yonatan Sindel/Flash90