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Horrende Immobilienpreise, schleppende Lohnerhöhungen: Tel Aviv ist die zehntteuerste Stadt der Welt

TEL AVIV, 08.07.2025 (NH) – Das Forschungsinstitut des internationalen Finanzdienstleistungskonzerns Deutsche Bank hat die Wohnungspreise und Mietpreise in Großstädten rund um den Erdball untersucht. Unter den teuersten Großstädten für den Kauf einer Wohnung im Stadtzentrum liegt die israelische Küstenmetropole Tel Aviv weltweit auf Platz 8 und damit sogar vor Großstädten wie Paris, Sydney und Berlin. Im Vergleich zu Immobilien in Ballungsräumen wie New York, Hongkong, Zürich, Singapur, Seoul, Genf und London gilt Tel Aviv aber immer noch als vergleichsweise günstig.

Die Deutsche Bank hat im Juni dieses Jahres einen Bericht veröffentlicht, der die Immobilienpreise auf der ganzen Welt abbildet. Demnach liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Tel Aviv bei etwa 62.237 NIS (umgerechnet 15.866 Euro) und ist damit etwas niedriger als in New York, wo der Quadratmeter 62.435 NIS (umgerechnet 15.917 Euro) kostet. Unter Berücksichtigung der angegebenen Quadratmeterpreise muss man in der „Stadt ohne Pause” aktuell für eine 100-Quadratmeter-Wohnung über 6,2 Millionen NIS (1,58 Millionen Euro) bezahlen. Tel Aviv bleibt somit teurer als die meisten amerikanischen und europäischen Städte.

Doch woher kommen die horrenden Preise?

Die hohen Kosten sind auf das Bevölkerungswachstum im Heiligen Land zurückzuführen, das mit einer sehr begrenzten Land- und Baufläche sowie einer strengen Planungspolitik einhergeht. In den letzten Jahren hat auch eine Explosion der High-Tech-Industrie zu einer steigenden Immobiliennachfrage und damit zu Preissteigerungen geführt.

Wer glaubt, durch den Verzicht auf den Kauf einer Eigentumswohnung den einen oder anderen Schekel zu sparen, der täuscht sich. Auch bei den Mietpreisen führt die Küstenmetropole die Kostenlisten an und lässt Großstädte wie Tokio, Barcelona und Lissabon weit hinter sich. Mit einem Mietpreis von etwa 10.400 NIS (umgerechnet 2.651 Euro) pro Monat belegt die Mittelmeerstadt den 18. Platz beim durchschnittlichen Mietpreis für eine Dreizimmerwohnung im Stadtzentrum. An erster Stelle steht die US-amerikanische Metropole New York mit einem monatlichen Mietpreis von über 28.000 NIS (umgerechnet 7.138 Euro).

Die Küstenlinie von Tel Aviv. Die Stadt zählt zu den zehn teuersten der Welt. Foto: Flash90

Die Kluft zwischen Lebenshaltungskosten und Löhnen klafft

Ein Blick auf die Nettolöhne in Israel schenkt Ernüchterung: Mit rund 11.962 NIS (3.050 Euro) pro Monat liegt das Land weltweit auf Platz 23. Zwar durchlief der kleine jüdische Staat in den letzten fünf Jahren einen Lohnanstieg von 70%, doch die Kluft zwischen Lebenshaltungskosten und Löhnen besteht weiterhin. Der sogenannte „Kaufkraftindex” des Berichts verdeutlicht, dass die Löhne in Israel nur teilweise mit dem Preisanstieg mithalten konnten. Selbst bei einem Einkommen von zwei Partnern in einem Haushalt erfordert der Kauf einer Wohnung im Tel Aviver Stadtzentrum jahrzehntelang mehr als ein volles Monatsgehalt von gleich zwei Erwerbstätigen. Der Bericht der Deutschen Bank hebt hervor, dass israelische Paare vor erheblichen Schwierigkeiten stehen, eine durchschnittliche Wohnung in der Stadt zu finanzieren – selbst wenn beide Ehepartner berufstätig sind.

Die bunte und multikulturelle Mittelmeermetropole belegt somit auch dieses Jahr Platz 10 in der Liste der 69 teuersten Städte der Welt. Bei einer Gesamtbewertung verschiedener Wirtschaftsindikatoren wie Immobilienpreise, Mieten, Lebensmittelpreise, Transportkosten, Dienstleistungen, Nettolöhne und Kaufkraft überholt Tel Aviv in diesem Jahr sogar Städte wie Paris, Dubai, Stockholm, Sydney und Berlin.

Titelbild: Luftaufnahme der Küstenstadt Tel Aviv. Foto: Moshe Shai/Flash90

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