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Dienst an der Waffe: Frauen werden in der israelischen Armee zu Vorbildern

JERUSALEM, 13.07.2025 (BF) – In Israel ist der Militärdienst für Frauen nicht nur Pflicht, sondern auch zunehmend eine Chance, die schwierigste Aufgabe wahrzunehmen: Immer mehr junge Frauen entscheiden sich dafür, den Schritt vom traditionellen Dienst in Richtung Kampfeinsatz zu wagen, ein Weg, der in anderen Ländern oft unvorstellbar erscheint.

Die erste Verteidigungslinie
K und Y (Namen aus Sicherheitsgründen abgekürzt) gehören zu einer wachsenden Gruppe von Frauen, die sich bewusst für den Kampfdienst entschieden haben. Sie sind Teil der gemischten Caracal-Einheit, die an der ägyptischen Grenze stationiert ist. Dort patrouillieren sie in extremer Wüstenhitze oder bei bitterer Kälte, rund um die Uhr, bereit für jeden Einsatz.
Wie die Jerusalem Post berichtete, spüren sie eine besondere Verantwortung. „Wir sind die erste Verteidigungslinie“, macht K im Interview mit der Zeitung deutlich. Y ergänzt: „Man weiß nie, was als Nächstes passiert.“
Der Schritt in den Kampfdienst ist selten, doch bei K und Y war er bewusst gewählt. K nahm sich ein Jahr für die Auseinandersetzung mit Israels Geschichte. „Es ging mir darum, etwas Größeres zu tun als nur für mich selbst“, erläuterte sie der Jerusalem Post. Y stammt aus einer Familie ohne militärische Tradition. Sie habe sich zunächst einen anderen Weg vorstellen können, doch der Wunsch, aktiv beizutragen, brachte sie an die Front.

Immer mehr Kampfsoldatinnen
Ein Blick in offizielle Statistiken untermauert diesen Wandel. In einer Anhörung der Knesset im Mai 2025 wurde bekannt, dass 21 Prozent aller Kampfsoldaten weiblich sind, ein signifikanter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Brigadegeneral Shay Tayeb erklärte, der Zuwachs liege an der steigenden Zahl freiwilliger Rekrutinnen für Elite- und Infanterieeinheiten.
Eine Reuters-Analyse hebt hervor, dass Frauen in der Feldaufklärung die nötige mentale Stärke und Ausdauer mitbringen. Live-Auswertung von Satellitenbildern, genaues Melden verdächtiger Bewegungen, stundenlanges Warten in Schichten, Frauen gelten hier als besonders geeignet.
Diese Fähigkeiten sind gefragt, nicht nur an der Grenze zu Ägypten, sondern ebenso im gesamten Verteidigungsnetzwerk der israelischen Armee.

Teamgeist, Kameradschaft und Gleichberechtigung
K und Y betonen, dass in ihrer Einheit das Geschlecht keine Rolle spielt. Einsätze, Übungen, Kameradschaft, alles geschieht „auf Augenhöhe“. K erklärt, die einzige Trennung existiere beim Schlafen. Y ergänzt, dass das gemischte Umfeld Dynamik und Zusammenhalt fördere.
Besondere Situationen wie der Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 verlangten Einsatz. Sie zeigten, dass Frauen im Ernstfall nicht nur mithalten, sondern führen. „Wenn du denkst, du kannst nicht mehr, beginnt deine eigentliche Stärke“, unterstrich Y.

Der Einsatz der Soldatinnen K und Y ist Teil eines tiefgreifenden Wandels in der israelischen Armee. Sie dienen nicht nur ihrem Land, sie geben auch ein Vorbild für Frauen landesweit. In mentaler Stärke, technischer Kompetenz und Teamgeist zeigen sie, dass Kampfdienste eine Option sind, unabhängig vom Geschlecht. Und sie belegen: Gleichberechtigung funktioniert, wenn Leistung, Mut und Einsatz zählen.

Foto: Eine Soldatin des Caracal-Bataillons trägt mit ihrem Team einen Kameraden auf einer 16 Kilometer langen Strecke. Es ist der Abschluss ihrer Ausbildung. Foto: Hadas Parush / Flash 90

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