zurück zu Aktuelles

Hamas ändert Taktik in Gaza – mehrere Versuche, israelische Soldaten zu entführen

JERUSALEM 14.07.2025 (LS) – Inmitten der anhaltenden Kämpfe im Gazastreifen beobachten die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) eine deutliche Taktikänderung seitens der Hamas. Statt großflächiger Gefechte setzt die Terrororganisation zunehmend auf kleine, gut geplante Überfälle – mit einem klaren Ziel: Soldaten lebendig zu entführen.

Kleine Zellen, große Gefahr

Die Hamas agiert in letzter Zeit in kleinen, mobilen Einheiten. Diese Gruppen lauern IDF-Truppen auf, meist bei Kontrollpunkten oder in urbanem Gebiet. Sie greifen gezielt an, um einzelne Soldaten zu isolieren, zu überwältigen und zu verschleppen. Solche Entführungen sollen nicht nur psychologische Wirkung erzielen, sondern auch als Verhandlungsmasse dienen.

Die israelische Armee bestätigt mehrere versuchte Entführungen in den letzten Wochen, teils unter Einsatz von Sprengfallen oder unter dem Deckmantel ziviler Bewegungen. Dank schneller Reaktion konnten sie vereitelt werden, dennoch steigen die Sicherheitsvorkehrungen.

IDF passt sich an: Schutzmaßnahmen verstärkt

Infolge der veränderten Bedrohungslage wurden die Vorschriften für Bodentruppen überarbeitet. Patrouillen sind nun stärker abgesichert, und einzelne Soldaten dürfen sich nicht mehr von der Gruppe entfernen. Auch der Einsatz von Überwachungsdrohnen und Bodenradaren wurde verstärkt, um Hinterhalte früher zu erkennen.

IDF-Sprecher betonen: „Die Hamas versucht, mit minimalem Aufwand maximale politische Wirkung zu erzielen. Wir lassen das nicht zu.“ Gleichzeitig warnen Experten vor einer möglichen Zunahme solcher Taktiken, da Hamas personell geschwächt, aber strategisch flexibel sei.

IDF-Soldaten im Gazastreifen, 13. Juli 2025. Foto: IDF Spokesperson‘s Unit

Ein weiteres Problem ist, ob und wie Hausdurchsuchungen zu Ermittlungszwecken fortgesetzt werden sollen, da es kürzlich zu Vorfällen kam, bei denen Sprengsätze in Wohnhäusern deponiert wurden und Soldaten verletzt wurden. Ein weiterer Streitpunkt innerhalb der Armee ist die Frage, wie gepanzerte Fahrzeuge durch Infanterieeinheiten am besten geschützt werden können. Terroristen ist es gelungen, Fahrzeuge der israelischen Streitkräfte durch Sprengsätze zu beschädigen, und obwohl Infanterieeinheiten diese Fahrzeuge sichern sollen, sind diese selbst gefährdet, wenn sie in der Nähe eingesetzt werden.

Letztendlich warten die israelischen Streitkräfte auf Anweisungen der politischen Führung hinsichtlich der nächsten Phase der Operationen im Gazastreifen. Das Militär ist zwar in der Lage, weitere 5 bis 7 Prozent des Gazastreifens zu erobern, benötigt jedoch klare Entscheidungen seitens der Regierung. Die derzeitige Militäroffensive mit dem Codenamen „Operation Gideons Streitwagen” steht kurz vor dem Abschluss.

Titelbild: Israelische Soldaten operieren im Gazastreifen. Foto: Israel Defense Forces

Weitere News aus dem Heiligen Land