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Chaos bei Hilfsgüter-Ausgabe im Gazastreifen fordert 20 Tote: Hamas stiftet Unruhe

JERUSALEM, 17.07.2025 (BF) – Ein Hilfsgüter-Verteilzentrum in Khan Younis wurde Schauplatz einer Tragödie. Nach Angaben der Gaza Humanitarian Foundation (GHF) kamen dort 20 Menschen ums Leben, 19 wurden zu Tode getrampelt, eine weitere Person erstochen. Die US- und Israel-unterstützte Organisation machte bewaffnete Agitatoren der Hamas für das Chaos verantwortlich. Sie berichtete, zum ersten Mal seit Beginn der Hilfsoperationen Schusswaffen in der Menge festgestellt zu haben, eine Waffe sei beschlagnahmt worden. Außerdem sei ein amerikanischer Mitarbeiter mit einer Pistole bedroht worden.

„Wir haben glaubwürdige Hinweise, dass gezielt Unruhe gestiftet wurde“, erklärte die GHF. Nach Darstellung der Organisation war die Panik Teil eines Musters. In den vergangenen Tagen seien über soziale Netzwerke wie Telegram falsche Informationen über angebliche Hilfsausgaben verbreitet worden. Diese Gerüchte hätten Menschenmassen zu geschlossenen oder inaktiven Standorten gelockt. GHF sieht darin eine gezielte Strategie, um Unruhe zu schüren. Hamas-nahe Quellen wiesen die Vorwürfe zurück und beschuldigten Israel, eine „Todesfalle“ geschaffen zu haben. Ein arabisch-israelischer Abgeordneter sprach in den sozialen Medien von einem „moralischen Verbrechen“ und veröffentlichte ein Video, das dicht gedrängte Menschen vor einem Zaun zeigt.

Kritik am Hilfsmodell

Die GHF arbeitet außerhalb des UN-Koordinierungssystems und setzt für Transport und Sicherheit auf private US-Dienstleister. Israel verteidigt diesen Ansatz als wirksam, um zu verhindern, dass die Hamas Hilfsgüter abzweigt. Kritiker sehen das anders. Vertreter der Vereinten Nationen und anderer Hilfsorganisationen bezeichnen das Modell als gefährlich und unzureichend. Immer wieder kommt es bei Hilfsverteilungen zu chaotischen Szenen, in deren Folge auch bereits Menschen starben.

Bei der Verteilung der Hilfsgüter kommt es regelmäßig zu chaotischen Szenen. Foto: Ali Hassan / Flash90

Die GHF nahm ihre Arbeit im Mai auf, nachdem Israel eine monatelange Blockade für Hilfslieferungen gelockert hatte. Ziel war es, die Versorgung der Zivilbevölkerung zu verbessern, während die Kämpfe in Gaza andauern. Israel wirft der Hamas vor, humanitäre Hilfe systematisch zu beschlagnahmen, um Kämpfer zu versorgen. Hamas bestreitet dies und wirft Israel vor, mit restriktiven Zugängen Hunger als Druckmittel einzusetzen. In diesem Spannungsfeld versucht die GHF, Hilfsgüter zu verteilen, unter Bedingungen, die zunehmend außer Kontrolle geraten.

Fälle aus der Vergangenheit belegen Vorwürfe

Seit Beginn des Krieges gab es wiederholt dokumentierte Fälle, in denen die Hamas Hilfslieferungen überfallen, geplündert und ganze Lastwagen entführt hat.

Wie weit die Hamas zu gehen bereit ist, zeigte ein Vorfall im Mai: Vier Männer wurden hingerichtet, nachdem sie Hilfsgüter aus zuvor konfiszierten Transporten stehlen wollten.

Im November 2024 kam es laut UNRWA zu einer der größten Plünderungen von Hilfskonvois in der Geschichte des Gazastreifens, als nahezu 100 Lkws mit UN-Hilfsgütern gewaltsam gestoppt und entladen wurden. Solche Vorfälle stützen Israels Vorwurf, dass Hamas den Zugang zur Hilfe gezielt kontrolliert und missbraucht, und sind einer der Gründe, warum Israel UN-Organisationen wie UNRWA misstraut.

Titelbild: Bewaffnete Palästinenser sitzen auf Lastwagen mit humanitärer Hilfe in der Nähe des Grenzübergangs Zikim. Es ist oft unklar, ob sie den Transport überfallen oder beschützen. Foto: Ali Qariqa/Flash90

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