
Nach bedeutenden Fortschritten bei Geiselverhandlungen in Katar – Hamas behindert weiterhin jeden Durchbruch
JERUSALEM, 20.07.2025 (NH) – Die Vereinigten Staaten, Katar und Ägypten haben ein aktualisiertes Abkommen für einen Geiseldeal vorgelegt. Das berichteten verschiedene Quellen kurz vor dem Wochenende aus Kairo. Demnach soll sich Israel bereit erklärt haben, beim Rückzug aus dem Gazastreifen erhebliche Flexibilität zu zeigen. Die Terrororganisation Hamas soll der neuen „Abzugskarte” der israelischen Streitkräfte jedoch noch nicht zugestimmt haben. Trotz des Optimismus, insbesondere aus den USA, behindert die Terrororganisation weiterhin einen endgültigen Durchbruch der Gespräche. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat dennoch „grünes Licht” zur Fortsetzung der Verhandlungen gegeben, in der Hoffnung, die Waffenstillstandsverhandlungen und ein Geiselabkommen weiter voranzutreiben.
Problematik in der „Schlüsselfrage”
Israelische Vertreter und Gesandte der Terrororganisation aus dem Gazastreifen befinden sich bereits seit 14 Tagen in intensiven Verhandlungen in der katarischen Hauptstadt Doha. Zwar wurde beiden Parteien vor dem Wochenende ein aktualisierter Vorschlag unterbreitet, doch die Gespräche bleiben angespannt und sind weiterhin von Hindernissen geprägt. Neben dem neuen Abkommen, das die Freilassung von zehn israelischen Geiseln im Austausch für einen zweimonatigen Waffenstillstand beinhaltet, wurden den beiden Parteien auch neue „Landkarten” zu Israels Militärstationierung in Gaza unterbreitet.
Grundsätzlich hat Israel einer neuen Abzugskarte der israelischen Truppen zugestimmt, doch das israelische Militär ist nicht bereit, zu den Truppenstationierungen entlang der Linien von Januar oder März zurückzukehren. Hochrangige Hamas-Vertreter stimmen dem derzeitigen Stationierungsvorschlag der israelischen Streitkräfte in Gaza nicht zu. Sie erheben zudem gewaltige Schwierigkeiten in der „Schlüsselfrage”, bei der sowohl die Identität als auch die Anzahl der palästinensischen Terroristen diskutiert wird, die im Gegenzug für die israelischen Geiseln freigelassen werden sollen. Die Terrororganisation soll sich nun zu internen Diskussionen über den aktualisierten Abkommensvorschlag treffen, um die Details weiter zu erörtern.
USA verbreiten überschwänglichen Optimismus
Während man in Israel im Schatten der stockenden Verhandlungen versucht, alle verbleibenden Wege innerhalb des Verhandlungsrahmens auszuschöpfen, bleibt die israelische Delegation „realistisch, was das Verhalten der Hamas angeht”.
Nichtsdestotrotz veröffentlichte US-Präsident Donald Trump bereits am Donnerstag vermeintliche Fortschritte der Verhandlungen und verkündete, „gute Nachrichten aus Gaza zu haben”. Nähere Ausführungen oder Erklärungen zu seiner Ankündigung gab der US-Präsident jedoch nicht.
Zwar wecken die jüngsten Entwicklungen die Hoffnung, dass die Verhandlungen zügig voranschreiten und schlussendlich zu einem Waffenstillstand sowie der Freilassung der Geiseln führen, doch israelische Quellen erklären, dass „mindestens noch ein paar Tage der Diskussionen erforderlich sind, um eine endgültige Einigung zu erzielen”.
Titelbild: „Macht es möglich“ – Am Samstagabend marschierten Angehörige von Geiseln, ehemalige Geiseln und Unterstützer zur US-Botschaft in Tel Aviv. Sie forderten die Freilassung aller Geiseln. Foto: Erik Marmor/Flash90