
Herzog besucht Soldaten in Gaza: „Israel handelt im Einklang mit internationalem Recht“
JERUSALEM, 24.07.2025 (BF) – Israels Präsident Isaac Herzog hat am Mittwoch erstmals seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 den Gazastreifen besucht. Bei seinem Aufenthalt lobte er den Einsatz von Reservisten und Soldaten und betonte, dass Israel im Einklang mit internationalem Recht agiere.
Herzog erhielt ein Lagebriefing vom Chef des Südkommandos, Generalmajor Yaniv Asor, sowie vom Kommandeur der 99. Division, Brigadegeneral Yoav Brunner, und weiteren Offizieren.
„Ihr kämpft, um die Realität zu verändern und unsere Geiseln zurückzubringen, das ist der dringendste Auftrag“, betonte Herzog vor Soldaten in Gaza. Dank ihres Einsatzes gebe es intensive Verhandlungen zur Freilassung der verbliebenen Geiseln. „Ihr seid es, die unsere Geiseln nach Hause bringen werden“, so der Präsident.
Humanitäre Hilfe und gesellschaftliche Veränderungen
Während des Besuchs wurde Herzog auch die umstrittene, von Israel und den USA unterstützte Struktur zur Verteilung humanitärer Hilfe vorgestellt. Das Modell war zuletzt scharf kritisiert worden, weil es einerseits nicht ausreiche, um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken, und andererseits wegen Vorwürfen, dass Zivilisten in der Nähe von Hilfsstellen durch israelische Soldaten getötet worden seien.

Der Staatspräsident im Gespräch mit Soldatinnen der Aufklärungseinheit. Foto: Maayan Toaf / GPO
„Wir handeln hier und leisten humanitäre Hilfe im Einklang mit internationalem Recht“, erklärte Herzog. „Diejenigen, die diese Hilfe sabotieren wollen, sind Hamas und ihre Kämpfer, die alles daransetzen, um unsere Bemühungen zu untergraben und den Abbau ihrer Terror-Infrastruktur zu verhindern.“
Im Gespräch mit Kommandeuren des Netzah-Yehuda-Bataillons, das für ultraorthodoxe Soldaten konzipiert ist, sprach Herzog über die gesellschaftliche Debatte zur Wehrpflicht. „In der orthodoxen Gemeinschaft finden Veränderungen statt, die wir unterstützen müssen. Jeder muss mit anpacken, alle müssen die Last tragen“, sagte er. Als Beleg verwies Herzog auf seine Begegnungen mit trauernden ultraorthodoxen Familien, deren Geschichten bislang kaum erzählt wurden.
Lob für Reservisten und Lehren nach dem 7. Oktober
Bei einem Austausch mit Reservisten des Bataillons 969 hob Herzog deren Rolle hervor. „Wenn ich euch hier sehe, ist klar, dass ihr alles tut, um die Bürger Israels zu schützen, die Gemeinden an der Grenze zu sichern und das Land zu verteidigen. Ihr lasst Arbeit und Familie zurück, ohne zu zögern. Wir müssen betonen, wie groß die Last ist, die Reservisten tragen.“
Zum Abschluss traf Herzog auf Soldatinnen der Aufklärungs- und Beobachtungseinheit 414. Nach Berichten, dass ihre Warnungen vor dem 7. Oktober von Vorgesetzten ignoriert wurden, sagte Herzog: „Die Armee hat aus dem Angriff viele Lehren gezogen.“ Er fragte die Soldatinnen, ob ihre Stimmen heute mehr Gehör finden. Eine der Frauen antwortete laut Präsidialamt: „Seit dem 7. Oktober ist alles viel offener, die Kommunikation ist ernster und bedeutungsvoller geworden.“
Titelbild: Präsident Herzog besuchte Kampfsoldaten im Gazastreifen. Foto: Maayan Toaf / GPO