zurück zu Aktuelles

Jüdische Spender helfen, mehr als eine Million australische Dollar für den muslimischen Helden von Sydney zu sammeln

JERUSALEM, 17.12.2025 (NH) – Ahmed al-Ahmed, Vater von zwei kleinen Mädchen und Obstverkäufer mit syrischen Wurzeln, hat in Sydney bei dem Chanukka-Massaker am Bondi Beach einem der Terroristen das Gewehr entrissen und so weitere Opfer verhindert. Ahmed, der dem muslimischen Glauben angehört, wurde bei seinem heldenhaften Einsatz verletzt und im Krankenhaus operiert. Jetzt sammelten Spender aus aller Welt über eine Million Dollar für den tapferen Mann. Unter den Spendern befinden sich viele jüdische Gläubige.

Die Heldentat wird weltweit gelobt

Das Video von Ahmed al-Ahmed ging um die Welt. In den erschütternden Aufnahmen ist zu sehen, wie sich der Muslim zunächst hinter einem silbernen Auto versteckte. Dann schlich der 43-Jährige an den Terroristen heran, entriss ihm die Waffe und stoppte den blutigen Amoklauf während der Chanukka-Feierlichkeiten, an denen Polizeiangaben zufolge mehr als 2.000 Menschen teilnahmen. Nachdem er dem Mörder das Gewehr entrissen hatte, richtete Ahmed die Waffe zwar auf den Terroristen, verzichtete jedoch darauf, den mutmaßlichen Attentäter zu erschießen. Laut einem Fernsehbericht des australischen Nachrichtensenders 9News wurde Ahmed durch Schüsse verletzt und später im Krankenhaus operiert. „Er hätte sein Leben verlieren können, um andere Menschen zu retten”, berichtete sein Cousin in einem Interview. Ahmeds mutiges Handeln wurde nicht nur in Australien, sondern auch in Israel außerordentlich gelobt. Selbst Premierminister Benjamin Netanjahu gratulierte dem Helden zu seiner selbstlosen Tat. US-Präsident Donald Trump nannte al-Ahmed ebenfalls „einen außergewöhnlich mutigen Mann”, der viele Leben gerettet habe.

Kein Licht ohne Dunkelheit

Es scheint, als würden vor allem Menschen jüdischen Glaubens al-Ahmeds Tapferkeit während des Anschlags besonders schätzen. In einer Zeit, in der sich viele Juden von ihren nichtjüdischen Mitbürgern isoliert und verlassen fühlen, wird ein mutiger Muslim zum Licht in der Dunkelheit und ergreift die Initiative zum Schutz jüdischen Lebens.

Für Ahmed wurde nun ein Spendenkonto eingerichtet, das innerhalb eines Tages über 1,1 Millionen AU$ sammelte. Zu den prominentesten Spendern gehört der jüdisch-amerikanische Milliardär Bill Ackman, der Direktor des berühmten Hedgefonds. In einem persönlichen Beitrag in den sozialen Medien rief Ackman zu einer Spendenkampagne für den Sydney-Helden auf und spendete dann selbst 99.000 Dollar an den Fonds.

Screenshot von Ahmed al-Ahmed, dem 43-jährigen Ladenbesitzer, wie er einem der beiden Amokläufer das Gewehr entreißt. Foto: Aufnahmen von X

18 Dollar im Zeichen des Lebens

Es wurden jedoch nicht nur große Summen gespendet. Unter den mehr als 34.000 Spendern der „Helden-Kampagne” gab es Dutzende, die angaben, jüdisch zu sein, und den ungewöhnlichen Betrag von 18 Dollar spendeten. Die Zahl 18 steht im jüdischen Glauben für „Chai”, was so viel wie „Leben” bedeutet. Ein junger Spender schrieb in den Kommentaren: „Dein Mut verkörperte diese Bedeutung auf die tiefgründigste Weise.“

Bei dem Massaker während einer Chanukka-Feier Anfang der Woche wurden 15 Menschen ermordet und weitere 40 verletzt. Das jüngste Opfer war die kleine Matilda, die gerade einmal 10 Jahre alt war. Die beiden Terroristen wurden als Vater (50) und Sohn (24) identifiziert. Der Vater wurde von Einsatzkräften am Tatort erschossen, der Sohn gefasst und mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Hassattacke auf jüdische Bürger ist der tödlichste Schussangriff in Australien seit fast 30 Jahren.

Titelbild: Zum Gedenken an die Opfer des Massenmordes in Sydney zünden Menschen in Tel Aviv Kerzen an. Foto: Erik Marmor/Flash90

Weitere News aus dem Heiligen Land