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Fatah feiert Wahlerfolg in Gaza – Hamas ringt um neue Führung

JERUSALEM, 28.04.2026 (NH) – Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten haben im Gazastreifen und im sogenannten Westjordanland wieder Kommunalwahlen stattgefunden. Die Abstimmung deutet auf eine mögliche politische Verschiebung hin. Während Anhänger von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas der Fatah-Bewegung lokal Erfolge verbuchen, steht die Hamas vor einer internen Richtungsentscheidung über ihre künftige Terror-Führung.

Abbas-Lager gewinnt in Deir al-Balah an Einfluss

In der vergleichsweise weniger zerstörten Stadt Deir al-Balah im Gazastreifen erzielten Fatah-nahe Listen einen symbolisch wichtigen Erfolg. Die Liste „Nahdat Deir al-Balah“ unter Führung von Hisham al-Dirawi gewann sechs der 15 Sitze im Gemeinderat. Eine als Hamas-nah geltende Liste kam dagegen nur auf zwei Sitze.

Abbas bezeichnete das Ergebnis als „Sieg für den nationalen palästinensischen Willen“ und verwies auf die Bedeutung demokratischer Prozesse trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Die Wahlbeteiligung lag in Deir al-Balah bei rund 23 Prozent, was vor allem auf Flucht infolge des Krieges zwischen der Hamas und Israel zurückgeführt wird. Im sogenannten Westjordanland lag die Beteilgung hingegen bei etwa 56 Prozent. Die Palästinensische Autonomiebehörde wertete die Durchführung der Wahlen in beiden Gebieten als Signal für politische Einheit.

Hamas vor entscheidender Führungswahl

Parallel zu den Kommunalwahlen bereitet sich die Hamas erstmals seit dem Tod von Yahya Sinwar auf die Wahl eines neuen Anführers vor. Der Auswahlprozess erfolgt im Geheimen durch den rund 50-köpfigen Schura-Rat der Terrororganisation. Im Zentrum steht jedoch ein zentraler Richtungsstreit. Khalil al-Hayya, ein enger Vertrauter Sinwars, gilt als Vertreter eines harten Kurses mit Fokus auf einen militärischen Wiederaufbau und die Beibehaltung sehr enger Beziehungen zum Terrorfinanzierer Nummer Eins, dem Iran. Sein Gegenkandidat Khaled Maschal verfolgt einen pragmatischeren Ansatz, der auf eine mögliche Aussöhnung mit der Fatah und eine Öffnung gegenüber regionalen Akteuren wie Katar abzielt.

Die Entscheidung über die neue Führung dürfte maßgeblich bestimmen, ob die Hamas künftig weiter auf bewaffneten Widerstand setzt oder mutmasslich stärker politische Optionen in den Vordergrund rückt.

Titelbild: Palästinenser geben am 25. April 2026 in Deir al-Balah im Gazastreifen bei den palästinensischen Kommunalwahlen ihre Stimmen ab. Foto: Ali Hassan/Flash90

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