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Israel will langfristig im Südlibanon bleiben

JERUSALEM, 22.06.2026 (DR) – Führende Vertreter der israelischen Regierung machen deutlich: Die israelische Armee (IDF) wird den Südlibanon nicht in absehbarer Zeit verlassen. Die längerfristige Präsenz soll die Sicherheit Nordisraels gewährleisten. Generalstabschef Eyal Zamir warnte zugleich, die Waffenruhe mit der Hisbollah bleibe brüchig.

Schwur am Grab des Bruders

Netanjahu sprach bei der Zeremonie zum 50. Jahrestag des Todes seines Bruders Joni, der 1976 als Kommandeur der israelischen Eliteeinheit Sayeret Matkal bei der Geiselbefreiung in Entebbe fiel. Vor diesem Hintergrund erklärte er, Israel gebe seine militärischen Erfolge nicht auf. „Wir werden so lange wie nötig in der Sicherheitszone im Südlibanon bleiben, um die Bewohner Nordisraels und alle Bürger des Landes zu schützen“, erklärte der Ministerpräsident. Israel halte an seinen vitalen Interessen fest, und daran werde sich nichts ändern, fügte er hinzu.

Stützpunkte „für Jahre“ – auch gegen US-Druck

Finanzminister Smotrich zufolge plant Israel, im Südlibanon Militärposten und voll ausgebaute Stützpunkte einzurichten. In diesem Zusammenhang verwies er auf seine Beteiligung an den Verhandlungen über den Verteidigungshaushalt für das kommende Jahrzehnt. Zugleich kritisierte er die heutige Grenzziehung, die nach seiner Darstellung auf das Sykes-Picot-Abkommen von 1916 zurückgeht. Sie sei „unlogisch“ und trage der Topografie des Gebiets nicht ausreichend Rechnung.

Eine ausdrückliche amerikanische Rückzugsforderung erwarte er nicht, da Washington Israels rote Linien kenne. „Solange die Hisbollah nicht entwaffnet ist, weichen wir keinen Millimeter zurück“, betonte Smotrich.

Verteidigungsminister Israel Katz bekräftigte ebenfalls, die IDF werde nicht aus der Sicherheitszone abziehen. Die Soldaten könnten dort weiterhin gegen Bedrohungen vorgehen.

Armee warnt vor neuer Eskalation

Bei einer Lagebeurteilung mit der Truppe im Südlibanon würdigte Generalstabschef Zamir die gefallenen Soldaten, darunter Bataillonskommandeur Dor Gedalia Ben Simhon. Eine zentrale Lehre aus dem Massaker vom 7. Oktober 2023 sei, dass Israel nicht länger zulasse, dass sich radikale Terrororganisationen unmittelbar an seinen Grenzen festsetzten.

Die Hisbollah habe schwere Schläge erlitten und befinde sich in einer schwierigen Lage. Laut Zamir habe die israelische Armee allein in den vergangenen zwei Tagen mehrere Kommandeure der mittleren Führungsebene ausgeschaltet. Besonders im Gebiet von Ali al-Taher und Beaufort habe die Miliz über rund 20 Jahre eine unterirdische Militärfestung errichtet. Die dortigen Einsätze dienten dem Schutz der nordisraelischen Bevölkerung.

„Die erklärte Waffenruhe ist brüchig“, mahnte der Generalstabschef. Die IDF müsse in hoher Bereitschaft bleiben und sei in der Lage, jederzeit wieder in den Kampf einzutreten.

Titelbild: Generalstabschef Eyal Zamir bei einem Besuch im Südlibanon, 21.06.2026. Bild: IDF-Sprecher

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