
Geheimdienst enttarnt Hamas-Hauptquartier in Istanbul – Dutzende geplante Terroranschläge vereitelt
JERUSALEM 22.06.2026 (LS) – Der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet hat bekanntgegeben, im vergangenen Jahr Dutzende geplante Terroranschläge in Judäa und Samaria, dem sogenannten Westjordanland, vereitelt zu haben, die allesamt von Hamas-Mitgliedern in der Türkei gesteuert wurden. Die Enthüllung zeigt erneut, wie frei die Terrororganisation in der Türkei operieren kann.
Ein „Hauptquartier“ mitten in Istanbul
Laut Shin Bet unterhält die Hamas in Istanbul ein aktives „Westjordanland-Hauptquartier“, das Attentäter rekrutiert, Waffen und Gelder transferiert und Operationen innerhalb Israels und der palästinensischen Gebiete koordiniert. An der Spitze steht Zaher Jabarin, ein hochrangiger Hamas-Funktionär, der 2011 im Rahmen des Gilad-Shalit-Gefangenenaustauschs freigelassen wurde und seither von Istanbul aus finanzielle und operative Netzwerke leitet – mit dokumentierten Verbindungen zum Iran. Ayman Abu Khalil leitet von dort aus den militärischen Flügel der Hamas.
Der Shin Bet nannte zudem weitere in der Türkei ansässige Mitarbeiter des Terror-Hauptquartiers: Ayman Sharawna, zuständig für die Rekrutierung von Attentätern, Muhammad Mallah, der sich teils auch in Katar aufhält und Gelder für Terroraktivitäten transferierte und Majed Jaaba, der die Waffen für einen Schussangriff auf einen Kontrollpunkt bei Jerusalem im November 2023 beschaffte. Außerdem namentlich genannt ist Walid Abu Nassar, der ein Hamas-Netzwerk in Betlehem finanzierte, sowie Salam Yaish, der ebenfalls Attentäter rekrutierte.
Bewegungsfreiheit für Hamas-Terroristen in der Türkei
Laut der Erklärung des Shin Bet leiteten die Mitglieder des Westjordanland-Hauptquartiers seit Jahren umfangreiche militärische Aktivitäten – mit zunehmender Intensität im vergangenen Jahr. Die Behörde betonte, die Hamas-Mitglieder übten ihre Aktivitäten „ungehindert von türkischem Territorium“ aus und nutzten die dortige Infrastruktur für ihre Zwecke.
Bereits im März 2026 hatte der Shin Bet ein von der Türkei aus gesteuertes Hamas-Netzwerk in Judäa und Samaria aufgedeckt, das von dem ebenfalls aus Israel abgeschobenen Hamas-Mitglied Mahmud Radwan geleitet wurde. Radwan hatte im Dezember zuvor bei einem Treffen in der Türkei zwei junge Männer aus dem Dorf Azzun im sogenannten Westjordanland rekrutiert. Die Verdächtigen sollen zugestimmt haben, sich ihm anzuschließen. Nach Angaben des Shin Bet wurden Anklagen gegen sie erhoben.
Israel betrachtet die Bewegungsfreiheit, die Hamas-Mitglieder in der Türkei genießen, mit großer Besorgnis. Die Türkei dient der Hamas seit Jahren als sicherer Hafen: Präsident Recep Tayyip Erdogan beherbergt Vertreter der Terrororganisation im Land, empfängt regelmäßig Hamas-Führungskader und weigert sich beharrlich, die Organisation als terroristisch einzustufen.
Titelbild: In der Türkei ansässige Hamas-Mitglieder. Foto: Shin Bet, IDF Spokesperson’s Unit