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Bnei Brak plant getrennte Gehwege für Männer und Frauen

JERUSALEM, 15.07.2026 (DR) – In Bnei Brak ist auf Abschnitten zweier stark frequentierter Straßen eine Trennung der Gehwege für Männer und Frauen geplant. Betroffen sind Bereiche der Schlomo-Hamelech-Straße und Esra-Straße, in deren Nähe sich mehrere Veranstaltungssäle befinden.

Die geplante Regelung geht auf eine Weisung führender Rabbiner der Stadt zurück. Demnach sollen Männer und Frauen auf unterschiedlichen Straßenseiten gehen. Vorgesehen sind Beschilderungen und weitere Anpassungen im öffentlichen Raum.

Hohes Fußgängeraufkommen nahe Veranstaltungssälen

Als Anlass wird das hohe Besucheraufkommen rund um die Veranstaltungssäle genannt. In der veröffentlichten Weisung werden die Bewohner dazu aufgerufen, die vorgesehene Ordnung einzuhalten und auch Kinder entsprechend anzuleiten.

Vertreter der Stadtverwaltung erklärten gegenüber dem israelischen Fernsehsender Kanal 13, die Pläne seien bereits vor mehreren Jahren entstanden. Die Regelung könne später auch auf weitere stark frequentierte Straßen ausgeweitet werden.

Gegenüber Ynet betonte die Stadt, die Trennung sei keine kommunale Richtlinie. Sie gehe auf Anweisung der führenden Rabbiner zurück. Die Stadt habe wegen des Gedränges lediglich beim Ausbau und bei der Anpassung der Infrastruktur geholfen.

Kritik an der geplanten Regelung

Yael Yechieli, Direktorin der israelischen Organisation „5050 Initiative“, kritisierte die geplante Trennung scharf. Religiöse Führer wollten Frauen aus immer mehr Bereichen des öffentlichen Lebens verdrängen, erklärte sie. Ohne Widerstand werde sich diese Entwicklung fortsetzen.

Zudem kritisierte Yechieli, dass die Entscheidung in der Stadtverwaltung ausschließlich von Männern getroffen worden sei.

Unterstützer der Initiative sehen darin dagegen eine Regelung, die der Lebensweise der örtlichen Bevölkerung entspreche und zur Wahrung der öffentlichen Ordnung beitrage.

Bislang ist nicht bekannt, wann die Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Auch die genaue Länge der betroffenen Straßenabschnitte und die Art der geplanten Anpassungen wurden nicht veröffentlicht.

Frühere Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs

Die vorgesehene Trennung könnte rechtliche Fragen aufwerfen. Der Oberste Gerichtshof hatte sich bereits mehrfach mit getrennten Gehwegen und entsprechenden Hinweisschildern im öffentlichen Raum befasst.

Im Jahr 2010 untersagte das Gericht eine erzwungene Trennung von Männern und Frauen auf Gehwegen im Jerusalemer Stadtteil Mea Schearim. 2017 verpflichtete es die Stadt Beit Schemesch, Schilder entfernen zu lassen, die Männer und Frauen auf unterschiedliche Straßenseiten verwiesen.

Ob die geplante Regelung in Bnei Brak gerichtlich überprüft wird, ist derzeit nicht bekannt.

Titelbild: Fußgänger und Verkehr auf einer Straße in Bnei Brak, Symbolbild. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

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