
Trump droht Iran mit Vergeltung für Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus
JERUSALEM, 23.07.2026 (DR) – US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit weiteren Angriffen auf seine Infrastruktur gedroht. Für jeden künftigen iranischen Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus würden die USA demnach eine iranische Brücke oder ein Kraftwerk zerstören – auch Ziele in oder nahe Teheran.
„Von nun an werden die USA jedes Mal, wenn Iran auf ein Schiff schießt, eine Brücke oder ein Kraftwerk bombardieren und zerstören“, schrieb Trump am Mittwoch in seinem sozialen Netzwerk Truth Social. Dies gelte unabhängig davon, ob Iran Raketen, Drohnen oder andere Waffen einsetze.
Angriffe auf zivile Handelsschiffe
Die Drohung folgt auf eine Serie iranischer Angriffe auf zivile Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Zuletzt trafen iranische Marschflugkörper zwei Öltanker aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dabei wurde ein indischer Seemann getötet, acht weitere Besatzungsmitglieder wurden verletzt. Beide Tanker erlitten schwere Schäden, sanken jedoch nicht.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Donnerstag, die Meerenge sei „vollständig geschlossen“. Kein Tanker dürfe die Straße von Hormus ohne Abstimmung mit Iran passieren. Die USA flogen unterdessen die zwölfte Nacht in Folge Angriffe auf Ziele im Iran.
Kämpfe trotz Memorandum fortgesetzt
Die USA und Iran hatten sich im Juni in einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) auf Grundzüge zur Beendigung des Krieges verständigt. Die vereinbarte Waffenruhe hielt jedoch nicht. Teheran bestreitet Washingtons Darstellung von Inhalt und Tragweite der Vereinbarung und wirft den USA vor, das Memorandum selbst gebrochen zu haben.
Iran beschoss zuletzt amerikanische und verbündete Einrichtungen in Jordanien, Kuwait und Bahrain. Die USA weiteten ihre Angriffe auf iranische Militäranlagen sowie die Luftabwehr und Küstenüberwachung aus. Der tödliche Angriff auf den US-Stützpunkt in Jordanien zeigte jedoch, dass Teheran weiterhin über einsatzfähige Raketen verfügt.
Trump rückte zugleich erneut das iranische Atomprogramm in den Mittelpunkt. „Wir können und dürfen Iran keine Atomwaffen erlauben“, betonte er.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi kündigte daraufhin Vergeltung nach dem Prinzip „Auge um Auge“ an. Jeder Angriff auf iranische Infrastruktur werde eine „kraftvolle und entschlossene Antwort“ auslösen. „Auch Staaten, die amerikanische Angriffe unterstützten – in welcher Form auch immer –, seien legitime Ziele“, erklärte er.
Vier US-Soldaten überführt
Trump nahm am Mittwoch auf der Dover Air Force Base im US-Bundesstaat Delaware an der würdevollen Überführung der sterblichen Überreste von vier US-Soldaten teil.
Drei von ihnen kamen bei einem iranischen Raketenangriff auf ihre Unterkunft auf dem Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien ums Leben. Ein vierter Soldat starb auf dem Stützpunkt Erbil im Irak bei der kontrollierten Sprengung einer abgeschossenen iranischen Angriffsdrohne.
Nach dem bis Mittwoch bekannten Stand wurden seit Kriegsbeginn Ende Februar 18 US-Militärangehörige getötet. Mehr als 500 weitere wurden verletzt.
Titelbild: US-Präsident Donald Trump bei der Überführung der sterblichen Überreste von US-Soldaten auf der Dover Air Force Base in Delaware, 22.07.2026. Bild: Molly Riley/Weißes Haus