
Streifenhyäne nahe Maale Adumim zu Tode gesteinigt
JERUSALEM, 01.09.2026 (DR) – Eine Streifenhyäne ist nahe der Ortschaft Kedar östlich von Jerusalem in eine Falle geraten. Als das Tier darin festsaß, haben Palästinenser es nach einem Bericht von Channel 14 zu Tode gesteinigt. Ein veröffentlichtes Video zeigt den Angriff. Eine amtliche Stellungnahme zu dem Vorfall lag zunächst nicht vor.
Die Streifenhyäne ist in Israel gesetzlich geschützt. Sie darf weder gejagt noch gefangen oder verletzt werden.
Illegale Fallen gefährden Hyänen
Es war nicht der erste dokumentierte Fall, bei dem eine Streifenhyäne in Judäa und Samaria in eine illegale Falle geraten ist. Die israelische Natur- und Parkbehörde hat wiederholt verletzte Tiere aus solchen Fallen gerettet.
Im März berichtete die Behörde über eine junge Streifenhyäne, die bei Ramallah in eine Beinfalle geraten war. Sie erlitt einen offenen Bruch und schwere Gewebeschäden. Tierärzte mussten eines ihrer Vorderbeine amputieren.
Nach Angaben der Behörde werden solche Beinfangfallen in den palästinensischen Gebieten verbreitet zur illegalen Jagd auf Wildtiere eingesetzt. Da die Fallen nicht zwischen Tierarten unterscheiden, geraten auch Streifenhyänen hinein. Für welche Tiere die Fallen bei Ramallah und Kedar bestimmt waren, ist nicht bekannt.
Fachstudien nennen neben Konflikten um Nutztiere auch Angst und überlieferte Vorstellungen als Gründe für die Verfolgung. In Teilen der Region werden Hyänen mit der Unterwelt in Verbindung gebracht. Zudem werden ihren Körperteilen mitunter medizinische oder übernatürliche Kräfte zugeschrieben. Ob solche Vorstellungen bei der Tötung nahe Kedar eine Rolle spielten, lässt sich aus den veröffentlichten Aufnahmen nicht ableiten.

Die größten Landraubtiere Israels im Dienste der Natur
Die Streifenhyäne ist das größte an Land lebende Raubtier Israels und der einzige Vertreter der Hyänenfamilie im Land. Ein ausgewachsenes Tier wiegt durchschnittlich etwa 35 Kilogramm. Schätzungen zufolge leben rund 1.000 Streifenhyänen in Israel. Eine 2023 veröffentlichte Studie stellte zwischen 1975 und 2022 einen langfristigen Bestandsanstieg fest. Dennoch bleiben die Tiere zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Dazu gehören illegale Fallen, Vergiftungen, Schüsse und vor allem Verkehrsunfälle.
Streifenhyänen ernähren sich überwiegend von Aas. Dadurch beseitigen sie Kadaver und können die Ausbreitung von Krankheiten eindämmen. Die Natur- und Parkbehörde bezeichnet sie deshalb als „Gesundheitspolizei“ der Natur.
Zunehmend fressen die nachtaktiven Tiere jedoch Abfälle aus menschlichen Siedlungen. Das führt häufiger zu Begegnungen mit Menschen. Streifenhyänen meiden gewöhnlich direkte Konfrontationen. Nach Angaben der Natur- und Parkbehörde wurde in Israel bislang kein Angriff einer wild lebenden Streifenhyäne auf einen Menschen dokumentiert.
Titelbild: Eine Streifenhyäne. Die geschützte Tierart ist das größte an Land lebende Raubtier Israels. Foto: Rushikesh Deshmukh DOP/Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, Ausschnitt