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Israels Entsalzungsanlagen nehmen Betrieb teilweise wieder auf

JERUSALEM, 02.09.2026 (DR) – Eine ungewöhnlich starke Trübung des Meerwassers hat seit dem Wochenende zur zeitweisen Abschaltung von fünf der sechs großen Entsalzungsanlagen an Israels Mittelmeerküste geführt. Bis Mittwoch nahmen zwei der betroffenen Anlagen ihren Betrieb wieder auf. Eine weitere sollte im Laufe des Tages folgen.

Die Versorgung der Privathaushalte läuft nach Angaben der Behörden regulär. Zuvor war es örtlich zu Unterbrechungen und geringerem Wasserdruck gekommen. Auch die zeitweise eingeschränkte Wasserversorgung der Landwirtschaft im Süden wurde in der Nacht zum Mittwoch wiederhergestellt. Die Bewässerung öffentlicher Grünanlagen bleibt dagegen reduziert.

Fünf Anlagen zeitweise außer Betrieb

Betroffen waren die Anlagen in Aschkelon, Aschdod und Palmachim sowie Sorek A und Sorek B. Nur Hadera arbeitete durchgehend regulär. Die ersten Einrichtungen wurden bereits am Samstag abgeschaltet.

Nachdem sich die Wasserqualität vorübergehend verbessert hatte, liefen mehrere Standorte zeitweise wieder an. Am Dienstagmorgen nahm die Trübung jedoch erneut zu. Deshalb stoppten die Betreiber den Betrieb abermals. Am Mittwoch blieben die beiden südlichsten Anlagen in Aschkelon und Aschdod geschlossen.

Die Einschränkungen trafen vor allem landwirtschaftliche Betriebe im Negev. Bauern warnten vor Schäden an Gemüsefeldern und Problemen bei der Versorgung von Nutztieren. Um die Versorgung wiederherzustellen, erhöhten die Behörden die Förderung aus dem See Genezareth und aus Brunnen. Außerdem füllten sie die Wasserspeicher auf.

Mikroalgen aus dem Nildelta vermutet

Nach bisherigen Untersuchungen gelangten vermutlich Mikroalgen aus dem Nildelta durch Wellen und Strömungen an Israels Küste. Sie trübten das Meerwasser und gefährdeten die empfindlichen Filterfasern der Entsalzungsanlagen.

Gerüchte über einen möglichen Cyberangriff wies die israelische Cyberbehörde zurück. Energieminister Eli Cohen bezeichnete das Ereignis als außergewöhnlich. Ein vergleichbarer Vorfall sei seit rund 20 Jahren nicht aufgetreten.

Bereits 2024 hatte der staatliche Rechnungsprüfer vor Störungen durch Verschmutzungen oder Veränderungen der Meerwasserqualität gewarnt. Allein 2023 mussten Anlagen dem Bericht zufolge bei 18 Trübungsereignissen zeitweise die Wasserabgabe einstellen.

Wann alle Anlagen wieder mit voller Leistung arbeiten können, blieb zunächst offen. Die Wasserbehörde hoffte, im Laufe des heutigen Tages eine weitere Anlage wieder in Betrieb zu nehmen.

Titelbild: Arbeiten am Ufer des Sees Genezareth. Die Wasserbehörde und der staatliche Versorger Mekorot bereiten dort die verstärkte Einleitung von entsalztem Wasser aus Anlagen in Aschkelon und Rischon LeZion vor, Archivbild. Foto: Ayal Margolin/Flash90

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