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Rosch HaSchana 2026 – Neujahr vor den Wahlen

JERUSALEM 11.09.2026 (LS) – Das jüdische Neujahrsfest Rosch HaSchana beginnt am heutigen Freitagabend, den 11. September, und endet zwei Tage später, am 13. September, bei Sonnenuntergang. Diese zwei Tage sind auch die ersten Tage des jüdischen Monats Tischrei, dem ersten Monat des jüdischen Jahres.

Blasen des Schofarhorns

Nach jüdischer Tradition prüft Gott an Rosch HaSchana das Verhalten der Menschen und beschließt über ihr Schicksal für das kommende Jahr. Ein Gebot von Rosch HaSchana ist das Blasen des Schofars (Widderhorn). „Und am ersten Tag des siebenten Monats soll heilige Versammlung sein; da sollt ihr keine Dienstarbeit tun; ein Tag des Posaunenblasens soll er für euch sein.“(4. Mose 29,1). Der jüdische Gelehrte Moses Maimonides schrieb im 12. Jahrhundert: „Es ist, als wolle das Schofar zu uns sagen: Schläfer, erwacht aus eurem Schlummer, und wenn ihr döst, erwacht aus eurer Trägheit. Denkt über euer Tun nach, bereut eure Sünden und gedenkt eures Schöpfers!“ Rosch HaSchana ist eine Zeit des Gerichts, gemildert durch die große Liebe, die Gott für sein Volk empfindet.

Vergebung und Gebete

Ein wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung auf Rosch Haschana besteht darin, alle um Vergebung zu bitten, denen wir im vergangenen Jahr Unrecht getan haben. Man möchte das neue Jahr so weit wie möglich mit einer sauberen Weste beginnen, ohne dass jemand Groll gegen seinen Mitmenschen hegt. Ebenso sollte man denen, die einem Unrecht getan haben, bereitwillig vergeben.

Zu Rosch Haschana gehören viele Gesetze, Traditionen und Bräuche. Darunter traditionelle Gebetsgottesdienste, bestimmte Speisen und Rituale. Viele Juden gehen vor Rosch HaSchana kurz nach Mittag zur Mikwe (rituales Bad). Manche haben den Brauch, am Tag vor Rosch HaSchana einen Friedhof zu besuchen und an den Gräbern rechtschaffener Menschen zu beten.

Speisen und Segen

Während der Hohen Feiertage wird traditionell anstelle des länglichen Hefezopfs (Challah) eine runde Challah verwendet. Die runde Form steht für Fülle und Vollendung. Es ist üblich, das Brot in Honig zu tauchen. Dies symbolisiert unser Gebet für ein süßes neues Jahr.

Apfel, Honig und Granatapfel – Speisen, die traditionell zum bevorstehenden jüdischen Neujahrsfest verzehrt werden. Foto: Miriam Alster/Flash90

Nach dem Segen über die Challah werden Apfelstücke in Honig getaucht, gefolgt von dem Spruch: „Möge es Dein Wille sein, Gott, für uns ein gutes und süßes neues Jahr zu erneuern.“ Warum bitten wir um ein „gutes“ UND ein „süßes“ Jahr? Schließt das Wort „gut“ nicht automatisch „süß“ ein? Das Judentum lehrt, dass alles zum Guten geschieht. Es ist alles Teil des göttlichen Willens. Selbst Dinge, die in unseren Augen „schlecht“ erscheinen mögen, sind in Wirklichkeit „gut“. Deshalb bitten wir darum, dass das Jahr nicht nur gut, sondern ein „offenbartes“ Gutes sein möge, also eines, das uns „süß“ erscheint.

Weitere symbolische Speisen sind Granatäpfel mit dem Segensspruch “Mögen unsere Verdienste so zahlreich sein wie die Kerne des Granatapfels” und der Kopf eines Fisches, da wir „ein Kopf und kein Schwanz“ sein wollen.

Neues Jahr, neue Regierung

Israel befindet sich vor diesem Rosch HaSchana mitten in einem Wahlkampf, der die Richtung des Landes für viele Jahre bestimmen kann. Es ist die erste Knesset-Wahl seit dem 7. Oktober 2023 und seitdem hat sich in der israelischen Gesellschaft sehr viel verändert.

Während das jüdische Volk am Rosch HaSchana in der Synagoge für ein gutes und süßes neues Jahr betet, befindet sich auch immer ein Gedanke an die kommenden Wahlen im Hinterkopf. Nach jüdischer Tradition entscheidet Gott über viele Dinge des anstehenden Jahres an Rosch HaSchana. Das gilt auch für die neue Regierung, von der wir hoffen, dass sie für die Besserung Israels arbeiten wird.

Titelbild: Kindergartenkinder tauchen Apfelstücke in Honig. Foto: Yossi Aloni/Flash90

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