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Wenn der Schmerz zur Leinwand wird: Wie „Fauda 5“ das Trauma Israels in die Welt trägt

JERUSALEM, 13.09.2026 (NH) – Die weltbekannte israelische Serie Fauda ist mit ihrer fünften Staffel auf die Bildschirme zurückgekehrt und sorgt international für tiefgreifende Erschütterung und Diskussionsstoff. Ursprünglich hatten die Serienschöpfer Lior Raz und Avi Issacharoff eine völlig andere Handlung geplant, doch die Grausamkeit des 7. Oktober 2023 veränderten alles schlagartig. Sie verworfen ihre bisherigen Entwürfe und schrieben die gesamte Staffel rund um das Massaker, die Opfer und das kollektive Trauma der israelischen Gesellschaft neu.

Der 7. Oktober und der tiefe Schmerz einer traumatisierten Nation

Am Morgen des 7. Oktober 2023, dem jüdischen Feiertag Simchat Torah, überfiel die Terrororganisation Hamas Israel in einer beispiellosen Barbarei. Tausende bewaffnete Terroristen drangen über Land, See und Luft in friedliche Kibbuzim und auf das Nova-Musikfestival ein. Sie ermordeten 1.163 Menschen, verübten grausamste Verbrechen und verschleppten 251 Zivilisten und Soldaten als Geiseln in den Gazastreifen. Es war der tödlichste Tag für das jüdische Volk seit dem Holocaust. Dieser Tag brannte sich als unauslöschliche Wunde in das Herz der Nation ein. Israel erwachte in einer neuen, schmerzhaften Realität. Einer Realität, in der Millionen Bürger unter kollektiver posttraumatischer Belastung, permanenter Wachsamkeit, tiefem Schmerz und unheilbaren seelischen Narben leben.

Fiktion trifft schmerzhafte Realität

Für Lior Raz, den Hauptdarsteller („Doron Kabilio) und Mitschöpfer der Serie, verwischten am 7. Oktober die Grenzen zwischen Drehbuch und Leben völlig. Als das Massaker ausbrach, befand sich Raz im Ausland. Doch er hielt es nicht aus, untätig zuzusehen. Am 8. Oktober kehrte er sofort nach Israel zurück, da er sich wie ein „Löwe im Käfig“ fühlte. Er schloss sich der zivilen Hilfsorganisation Achim LaNeshek an und fuhr direkt an die Frontlinie im Süden. Mit gezogener Waffe suchte er vor Ort nach Terroristen und half dabei, verängstigte israelische Familien unter Lebensgefahr aus den umkämpften Gebieten zu evakuieren. In einem tief bewegenden Moment öffnete eine Frau die Tür, erblickte den bewaffneten Schauspieler und fragte ungläubig: „Doron?“. Das Schicksal traf auch das Produktionsteam persönlich: Das Crew-Mitglied Matan Meir fiel als Soldat im Gazastreifen, und Raz‘ Schauspielkollege Idan Amedi alias Sagi wurde im Kampf schwer verwundet.

Ein globaler Augenöffner

Nur zwei Tage nach der weltweiten Veröffentlichung auf Netflix stürmte die fünfte Staffel von Fauda die Top-10-Charts in 43 Ländern – darunter auf Platz 1 im Libanon sowie in den Top-Rängen in Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten, Katar, Bahrain, Marokko, Oman und der Türkei. Die Serie übernimmt damit eine unschätzbare Aufklärungs- und Vermittlungsfunktion. Sie gewährt einem internationalen Publikum einen ungeschminkten Einblick in die brutale Realität des Terrors und das unermessliche Leid Israels. Die weltweiten Reaktionen zeigen die enorme Wucht der Serie. Eine britische Journalistin erklärte, man müsse die Folgen gesehen haben, um das wahre Ausmaß des Terrors vom 7. Oktober zu begreifen. Ein niederländischer Zuschauer beschrieb zutiefst berührt, wie ihm durch die Serie klar wurde, wie tief das Trauma in einem Volk sitzt, das mit Narben lebt, die niemals heilen. Reaktionen aus Indien und Lateinamerika hoben die Erschütterung über die bestialische Grausamkeit gegen die Zivilisten auf dem Nova-Festival hervor. Fauda ist somit weit mehr als eine Dramaserie. Sie ist ein kraftvolles Dokument der Wahrheit, das der Welt das Schicksal und den unerschütterlichen Lebenswillen Israels vor Augen führt.

Titelbild: Die international erfolgreichste israelische Serie kehrt für eine fünfte Staffel zurück – kraftvoller und relevanter als je zuvor. Foto: Ohad Romano/Jerusalem cinematheque Israel film archive

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