
„Den Menschen durch ihre Stärken sehen“: Israels Polizei schafft neue Möglichkeiten für Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen
JERUSALEM, 21.09.2026 (TPS-IL/NH) – Das Programm „Special in Uniform“ integriert seit mehr als einem Jahrzehnt junge Menschen mit Behinderungen in die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF). Nun weitet die Initiative ihre Arbeit erstmals auf die israelische Polizei aus.
Ein besonderer Moment in Holon
Elf Jugendliche und junge Erwachsene der Meitarim-Schule in Holon erhielten dieser Tage bei einer Zeremonie ihre Polizeiausweise. Anschließend zogen sie ihre Uniformen an. Damit starteten die Abteilung für Gemeinden und Freiwillige der israelischen Polizei und der Verein Yad LaYeled HaMeyuchad („Eine helfende Hand für das besondere Kind“) offiziell ihre neue Partnerschaft.
„Special in Uniform“ integriert bereits junge Menschen mit körperlichen und entwicklungsbedingten Behinderungen in die israelischen Streitkräfte. Dazu gehören Menschen mit Down-Syndrom, Zerebralparese und Autismus. Derzeit nehmen fast 1.000 Menschen an dem Programm teil. Sie arbeiten auf 45 IDF-Stützpunkten in verschiedenen Bereichen der Armee. Auch arabische, drusische und beduinische Teilnehmer gehören dazu.
Ein Programm, das bereits Tausende berührt hat
„Diese Woche haben wir einen aufregenden Meilenstein erreicht“, erklärte Oberstleutnant der Reserve Tiran Attia, Geschäftsführer von „Special in Uniform“. Elf junge Erwachsene mit besonderen Bedürfnissen übernehmen nun sinnvolle Aufgaben innerhalb der israelischen Polizei. Dazu gehören Einsätze in der Diensthundestaffel und bei den berittenen Einheiten.
Die neue Initiative führt die Mission des Programms über die IDF hinaus. Gleichzeitig eröffnet sie jungen Menschen mit Behinderungen weitere Möglichkeiten. Sie können sich einbringen, Verantwortung übernehmen und ihre Selbstständigkeit stärken. Vor allem sollen sie ein echtes Gefühl der Zugehörigkeit entwickeln, erklärte Attia.
Arbeiten mit Tieren – und mit den eigenen Stärken
Die neuen Freiwilligen arbeiten zunächst in der Abteilung für den Umgang mit Tieren. Dort unterstützen sie die Diensthunde- und die berittenen Einheiten der Polizei. Dabei passt die Polizei ihre Aufgaben an die individuellen Fähigkeiten der Teilnehmer an.
Die Arbeit mit Tieren haben die Verantwortlichen bewusst ausgewählt. Sie bietet den Teilnehmern ein Umfeld, in dem sie einen wertvollen Beitrag leisten können. Gleichzeitig können sie Selbstvertrauen und Selbstständigkeit entwickeln. Sie erleben zudem, dass ihre Arbeit gebraucht wird und dass sie einen festen Platz in einer Gemeinschaft haben.
„Wir sehen den Menschen durch seine Stärken“
Mit der Ausweitung von „Special in Uniform“ auf die israelische Polizei erhalten die Teilnehmer eine neue Möglichkeit. Sie können sich nun auch außerhalb des Militärs im öffentlichen Dienst engagieren.
Chefinspektor Shay Hachimi, Leiter der Freiwilligenabteilung der israelischen Polizei, betonte den besonderen Ansatz der Initiative. Die Polizei wolle vor allem die Fähigkeiten der Teilnehmer in den Mittelpunkt stellen.
„Die Verbindung mit dem Programm ‚Special in Uniform‘ ist viel mehr als die Eröffnung eines weiteren Weges für Freiwillige“, so Hachimi. „Sie bringt eine Philosophie zum Ausdruck, nach der wir den Menschen durch seine Stärken sehen, durch seine Fähigkeiten und durch den Beitrag, den er leisten kann.“
Eine mögliche Tür in die Zukunft
Die israelische Polizei will das Programm künftig auf weitere Einheiten ausweiten. Damit könnten sich für die Teilnehmer langfristig weitere Möglichkeiten eröffnen. Sie könnten künftig auch das reguläre Auswahlverfahren für den Polizeidienst durchlaufen. Dadurch wäre möglicherweise sogar eine feste Anstellung bei der Polizei möglich.
Was in Holon mit elf jungen Menschen begonnen hat, könnte damit zu einer dauerhaften Möglichkeit werden. Menschen mit besonderen Bedürfnissen könnten so auch im Polizeidienst ihren Platz finden. Entscheidend sind dabei ihre Fähigkeiten, ihr Beitrag und ihre eigene Stärke.
Titelbild: Elf israelische junge Erwachsene mit besonderen Bedürfnissen treten im Rahmen des Programms „Special in Uniform“ in Holon ihren Dienst bei der israelischen Polizei an. Foto: Polizeisprecher/TPS-IL