
Fotostory: Zehntausende beim traditionellen Priestersegen – Gebet für den Schutz und die Sicherheit Israels
JERUSALEM, 28.09.2026 (TPS/TM) – Mehr als 50.000 Juden haben sich am Montag an der Kotel, der sogenannten Klagemauer, in Jerusalem zum traditionellen Priestersegen versammelt. Die Zeremonie findet an Pessach und Sukkot statt und lockt Gläubige aus Israel und der ganzen Welt in die Altstadt. Dort beten und singen sie gemeinsam und empfangen den Segen, der traditionell von Nachkommen der biblischen Priesterfamilien, den Cohen, gesprochen wird.

Es gab in diesem Jahr ein besonderes Gebet für das Wohlergehen der Soldaten der israelischen Streitkräfte und der Sicherheitskräfte, für die Genesung der Verwundeten sowie für den Zusammenhalt und die Sicherheit des jüdischen Volkes.

Das Laubhüttenfest ist eines der drei biblischen Pilgerfeste, zu denen die alten Israeliten den Befehl erhielten, zum Tempel in Jerusalem zu reisen. Die beiden anderen sind das Passahfest und Schawuot.

Farbenprächtig: Äthiopische Juden auf dem Platz vor der Kotel.

Kohanim (Priester) sind Nachkommen Aarons, des ersten Hohepriesters. Dieser Status wird vom Vater an den Sohn weitergegeben. Sie sprechen den traditionellen Aaronitische Segen. Er stammt aus der Tora aus dem 4. Buch Mose, Kapitel 6, Verse 24–26: „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“

Die „vier Arten“, die die Gläubigen in den Händen halten, sind vier Pflanzen, die von Juden traditionell gemeinsam während des Laubhüttenfestes verwendet werden: ein Dattelpalmenzweig, Myrtenzweige, Weidenzweige und ein Etrog (Zitronenfrucht).

Die seit 1970 stattfindende Feier ist sowohl ein religiöser Brauch als auch ein Moment der nationalen Solidarität. Im April hatten die vom Heimatfrontkommando während des Pessachfestes erlassenen Beschränkungen die Teilnehmerzahl in überdachten Räumen auf 50 Personen beschränkt.

Die Kotel ist der einzige Überrest einer Stützmauer, die einst den Tempelberg umgab und im ersten Jahrhundert von Herodes dem Großen errichtet wurde. Der Tempelberg, auf dem der Erste und der Zweite jüdische Tempel standen, ist die heiligste Stätte des Judentums.
Titelfoto: Chaim Goldberg/Flash90 / alle anderen Fotos: Elad Zagman/TPS-IL