
Schreie und Blut im Cockpit, Passagiere in Todesangst: Absturz einer Maschine auf dem Weg nach Israel knapp verhindert
von Tommy Mueller
TEL AVIV, 30.09.2026 – Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv ist am Mittwoch nur knapp einer Katastrophe entgangen. Die Boeing 737 MAX 8 der Billigfluglinie Flydubai mit rund 180 überwiegend israelischen Passagieren an Bord musste in Saudi-Arabien landen, nachdem es im Cockpit zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen Copilot und Kapitän gekommen war. Dabei verlor die Maschine in weniger als 30 Sekunden mehr als 4000 Meter an Höhe. Nach Zeugenaussagen stürmte eine Gruppe israelischer Passagiere das Cockpit und überwältigte den Angreifer. Israelische Behörden gehen Berichten zufolge von einem versuchten Selbstmordanschlag aus. Demnach soll der Copilot versucht haben, die Maschine absichtlich abstürzen zu lassen. Flydubai sprach lediglich von einem „Zwischenfall“.
Code für Entführung gesendet
Laut Flugverfolgungsdaten sendete die Maschine gegen 8:30 Uhr israelischer Zeit den Transpondercode 7700 – das internationale Notsignal. Kurz darauf wechselte sie auf 7500, den Code für eine Entführung oder einen widerrechtlichen Eingriff. Israelische Fluglotsen konnten Berichten zufolge keinen Kontakt zu dem Flugzeug herstellen.
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden Kampfjets der israelischen Luftwaffe zu der Maschine entsandt. Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz hielten Krisengespräche ab. Der israelische Luftraum wurde vorübergehend gesperrt.
Ein Video aus dem Flugzeug, das kurz nach dem mutmaßlichen Angriff des Copiloten auf den Kapitän entstand, zeigt den Kapitän blutüberströmt vor dem Cockpit auf dem Boden liegend; Passagiere kümmern sich um ihn. Neben ihm ist ein weiteres, offenbar bewusstloses Besatzungsmitglied gefesselt zu sehen.
Passagiere überwältigen den Angreifer
In einem weiteren Video, das offenbar kurz nach der Auseinandersetzung an Bord aufgenommen wurde, sagt ein Passagier mit blutverschmiertem Gesicht in die Kamera: „Wir befinden uns gerade mitten in einer Flugzeugentführung. Wir haben die Terroristen inzwischen überwältigt und nähern uns der Landung. Wer auch immer mich hört: Wir brauchen Hilfe.“

Dieses Foto, das sich in den sozialen Medien verbreitete, zeigt einen Passagier mit blutigem T-Shirt. Foto:privat
„Nachdem die Israelis die Situation unter Kontrolle gebracht hatten, gelang es ihnen, das Flugzeug zu stabilisieren“, sagte ein Passagier namens Adam dem israelischen Sender Channel 13. „Drei oder vier Menschen haben 180 Leben gerettet.“
„Wir haben das ‚Schma Israel‘ gebetet“, erzählte ein anderer Passagier dem Sender Channel 12 und meinte damit das jüdische Glaubensbekenntnis. „Es gab auch Momente, in denen wir dachten, wir würden das nicht lebend überstehen.“
Die Maschine landete sicher auf dem Flughafen von Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens. Auf Fotos ist zu sehen, dass am Leitwerk ein Teil fehlt. Ob der Schaden auf den abrupten Höhenverlust zurückgeht, ist noch unklar.

Trotz des schwer beschädigten Leitwerks ist das Flugzeug sicher in Saudi Arabien gelandet. Foto: privat
Beide Piloten kamen verletzt ins Krankenhaus. Berichten zufolge sollen zwei weitere Piloten, die an Bord waren, das Steuer übernommen haben, nachdem der Kapitän handlungsunfähig geworden war.
Ein israelischer Beamter erklärte, es sei nach wie vor unklar, was genau der Copilot beabsichtigt habe – ob er das Flugzeug nach Israel entführen, es zum Absturz bringen oder einen Anschlag nach dem Vorbild des 11. September habe verüben wollen. Klar sei jedoch, dass er das Flugzeug habe entführen wollen. Laut „Jerusalem Post“ ist der Copilot nach ersten Ermittlungen omanischer Staatsbürger, der Kapitän stammt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Passagiere fordern israelische Piloten
Die Rückkehr der Passagiere nach Israel verzögerte sich: Das Einsteigen in die Ersatzmaschine der Fluggesellschaft hatte bereits begonnen, als sich mehrere israelische Passagiere weigerten, erneut mit nichtisraelischen Piloten zu fliegen.
Israel rief die Sicherheitsbehörden an Flughäfen im Ausland zu erhöhter Wachsamkeit auf. Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen gelten für alle Flüge von und nach Israel sowie für Fluggesellschaften mit Bezug zu Israel oder zum Judentum. So sollen Anschläge von Nachahmungstätern verhindert werden.Verkehrsministerin Miri Regev forderte israelischen Medien zufolge, alle Flydubai-Flüge nach Israel auszusetzen.
Titelbild: Eine Maschine von Flydubai im Landeanflug auf den Ben-Gurion-Flughafen. Foto: Anthony Hershko/TPS-IL