zurück zu Aktuelles

Trumps Zick-Zack-Kurs – Israel trägt die Last gegen einen aufrüstenden Iran

JERUSALEM, 11.10.2026 (NH) – Während das islamische Regime in Teheran seine Raketen- und Drohnenproduktion trotz monatelanger Luftangriffe fortsetzt und ausbaut, steht die Sicherheitsarchitektur im Nahen Osten vor neuen Belastungsproben. Dazu trägt der wechselhafte Kurs von US-Präsident Donald Trump bei, der nach intensiven Angriffsplanungen zurückruderte und Israel aufforderte, die militärische Verantwortung gegen das Regime allein zu tragen.

Trumps wankelmütige Taktik vor den US-Zwischenwahlen

In den vergangenen Wochen deutete vieles auf einen erneuten massiven Schlag gegen Irans strategische Kapazitäten hin. Das US-Militär sollte eine dreitägige Offensive gegen Irans Energieinfrastruktur sowie verbliebene Raketen- und Drohnenarsenale vorbereiten. Medienberichten zufolge schwankte Trump zwischen Deeskalation und Härte: Er lehnte mehrfach Militärpläne ab, bevor er das Pentagon erneut um Optionen bat. Schließlich verkündete Trump auf Truth Social, die USA würden vor den Kongresswahlen am 3. November keine weiteren Luftangriffe auf Iran durchführen. Dahinter stehen offenbar auch taktische Erwägungen: Die Regierung will Nachteile durch steigende Ölpreise und eine erneute Eskalation vermeiden. Das Weiße Haus will die Seeblockade aufrechterhalten und versichert, Iran werde niemals eine Atomwaffe erhalten. Die Angriffspause verschafft Teheran jedoch Zeit, seine militärischen Fähigkeiten zu festigen.

Israel sollte die Kohlen allein aus dem Feuer holen

Besonders brisant sind Berichte aus Sicherheitskreisen, wonach Washington die militärische Last und das politische Risiko eines Angriffs auf Israel abwälzen wollte. Demnach drängte die US-Regierung Jerusalem zu einer eigenständigen Militäraktion gegen Iran, ohne direkte Beteiligung amerikanischer Truppen. US-Offizielle gingen davon aus, dass Israel die Bedrohung vor den Knesset-Wahlen am 27. Oktober ausschalten wolle, während Trump die politischen Konsequenzen vor den US-Wahlen scheute.

In Israel stieß der Vorstoß auf Widerstand. IDF-Generalstabschef Generalleutnant Eyal Zamir warnte vor einem Alleingang, der eine massive iranische Vergeltungswelle auslösen und eine Verschiebung der israelischen Wahlen erzwingen könnte. Daraufhin rückten die USA vorerst von der Forderung nach einer alleinigen israelischen Operation ab.

Teherans Arsenale füllen sich mit russischer Hilfe

Für Israels Zivilbevölkerung und Streitkräfte bleibt die Lage hochgefährlich. Teheran nutzt die Atempause, um seine militärischen Fähigkeiten auszubauen. Entgegen früheren Behauptungen Washingtons, Irans Verteidigungsinfrastruktur sei vollständig zerstört, zeigen westliche Geheimdienstberichte, dass wichtige Fabriken für ballistische Raketen und Drohnen erhalten blieben oder rasch wiederaufgebaut werden konnten. Iran verfügt weiterhin über beträchtliche Bestände an ballistischen Raketen und Anti-Schiffs-Waffen und kann neue Munition schnell produzieren. Westlichen Geheimdienstanalysen zufolge beliefert Russland Teheran zudem mit Raketen, um dessen Waffenlager aufzufüllen.

Während das Mullah-Regime den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus weiterhin unter Druck setzt, bleibt eine klare Strategie gegenüber Teheran entscheidend. Halbe Maßnahmen und politische Zögerlichkeit bieten keine dauerhafte Sicherheit. Das Regime muss mit einer entschlossenen Reaktion auf seine militärische Aufrüstung rechnen.

Titelbild: Während Trump einen Zick-Zack-Kurs verfolgt, trägt Israel weiterhin die Hauptlast der iranischen Bedrohung. Fotos: Arie Leib Abrams/Flash90 (rechts), Yonatan Sindel/Flash90 (links)

Weitere News aus dem Heiligen Land