
Trump unterstützt Netanjahu neun Tage vor der Knesset-Wahl
JERUSALEM, 19.10.2026 (DR) – US-Präsident Donald Trump hat sich neun Tage vor der israelischen Parlamentswahl ausdrücklich für eine Wiederwahl von Premierminister Benjamin Netanjahu ausgesprochen. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social vom Sonntag bezeichnete er Netanjahu als herausragenden Regierungschef und wichtigen Partner im Kampf gegen Iran.
Trump warnt vor einem Regierungswechsel
Trump lobte Netanjahu als „großartigen Premierminister in Kriegszeiten“ und noch bedeutenderen „Partner für den Frieden“. Besonders hob er die gemeinsame Politik gegenüber dem iranischen Regime hervor, das seit Jahrzehnten mit der Vernichtung Israels und Amerikas drohe.
Zugleich warnte Trump vor einem Regierungswechsel in Jerusalem. Sollte Israel einen anderen Regierungschef bekommen, müssten die USA die Arbeit gegen Iran selbst übernehmen. Dazu sei er nicht bereit.

Netanjahu habe trotz erheblicher Widerstände, auch innerhalb Israels, Stärke und Durchhaltevermögen bewiesen. Abschließend erklärte Trump seine „vollständige und uneingeschränkte Unterstützung“ für Netanjahus Wiederwahl und versicherte den israelischen Bürgern: „Bibi Netanjahu wird euch niemals enttäuschen!“
Trump wartete mit Wahlempfehlung
Noch am Donnerstag hatte Trump in einem Interview mit Newsmax darauf verzichtet, einen Kandidaten zu unterstützen. Am Sonntag erklärte er gegenüber dem Nachrichtenportal Axios, er habe Netanjahu von Anfang an unterstützen wollen, jedoch nicht zu früh.
In den vergangenen Monaten hatte es zwischen beiden Regierungschefs wiederholt Meinungsverschiedenheiten über das Vorgehen gegen Iran sowie über den Gazastreifen und den Libanon gegeben. Trump hatte sich zunehmend unzufrieden mit Netanjahus Entscheidungen gezeigt.
Auch innerhalb von Trumps Umfeld war die Unterstützung umstritten. Nach Informationen der Jerusalem Post äußerten einige seiner engsten Berater und Verbündeten Bedenken gegen eine öffentliche Wahlempfehlung. Manche Berater hielten eine andere israelische Regierung für günstiger, um Trumps Nahostpläne voranzubringen.
Nach Recherchen von Maariv könnten zudem die Umfragewerte eine Rolle gespielt haben. Demnach wartete Trump möglicherweise auf bessere Aussichten für Netanjahu, bevor er seine Unterstützung öffentlich erklärte. Unterdessen hatten Oppositionspolitiker wie Gadi Eisenkot, Naftali Bennett und Jair Lapid über gemeinsame Kontakte und politische Verbündete an Trumps Umfeld appelliert, sich im israelischen Wahlkampf neutral zu verhalten.
Zustimmung und Kritik in Israel
Netanjahu bedankte sich auf X für die Unterstützung und die gemeinsame Arbeit. „Gemeinsam werden wir die Mission vollenden!“, erklärte er.
Auch Verteidigungsminister Israel Katz begrüßte die Stellungnahme. Sie unterstreiche die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten für Israels Sicherheit. Finanzminister Bezalel Smotrich würdigte ebenfalls Trumps Unterstützung. Zugleich betonte er, dass die Entscheidung über den Wahlausgang bei den israelischen Bürgern liege.
Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot, Vorsitzender der Partei Yashar, reagierte zurückhaltender. Er habe großen Respekt vor Trump, doch allein die israelischen Bürger würden über die Wahl entscheiden. Auch der frühere Premierminister Naftali Bennett verwies auf die Entscheidung der Wähler.
Titelbild: US-Präsident Donald Trump und Premierminister Benjamin Netanjahu während einer Sondersitzung der Knesset (Archivbild). Foto: Yonatan Sindel/Flash90.