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Israel deckt Raketen-Netzwerk bei Jenin auf – sechs Verdächtige angeklagt

JERUSALEM 03.11.2026 (LS) – Die israelische Polizei und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet haben im Raum Jenin ein Netzwerk zur Herstellung von Raketen und Sprengsätzen aufgedeckt. Nach monatelangen Ermittlungen wurden sechs Verdächtige festgenommen. Sie sollen eine Infrastruktur aufgebaut und bereits mehrere Versuche mit selbst hergestellten Raketen durchgeführt haben.

Drei Teststarts und Unterstützung aus dem Ausland

Die Ermittlungen wurden von der zentralen Ermittlungsabteilung des Polizeibezirks Judäa und Samaria gemeinsam mit dem Schin Bet geführt. Nach Angaben der Behörden waren alle sechs Verdächtigen Bewohner der Region Jenin und etwa 30 Jahre alt.

Bei den Vernehmungen räumte einer der Hauptverdächtigen ein, an der Gründung des Netzwerks und dessen Zielen beteiligt gewesen zu sein. Er berichtete, die Gruppe habe einen Raketenrumpf hergestellt und drei Teststarts durchgeführt. Die Ergebnisse seien nach seiner Aussage hinsichtlich Reichweite und Wirkung erfolgreich gewesen. Nach jedem Versuch hätten die Beteiligten ihre Erkenntnisse ausgewertet und Veränderungen vorgenommen.

Ein weiterer Verdächtiger gab zu, der Gruppe bei der Beschaffung von Sprengstoff geholfen und Waffen verkauft zu haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich darunter auch Gegenstände befanden, die bei den Festnahmen sichergestellt wurden.

Die Untersuchung ergab außerdem, dass der Hauptverdächtige Kontakt zu einer Person außerhalb Israels hatte. Über eine Nachrichten-App erhielt die Gruppe Informationen zu Materialien, die für die Herstellung von Sprengstoff benötigt wurden. Die Identität und der genaue Hintergrund dieser Kontaktperson wurden zunächst nicht bekanntgegeben.

Waffen und Unterlagen sichergestellt

Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Sicherheitskräfte mehrere Waffen, darunter M16-Gewehr und Panzerfaust. Außerdem fanden sie schriftliche Unterlagen mit Informationen zur Herstellung von Raketen, Sprengstoffen und Sprengsätzen. Die Behörden gehen davon aus, dass die geplanten Waffen gegen Israel und israelische Sicherheitskräfte eingesetzt werden sollten. Die Ermittler sehen in der aufgedeckten Infrastruktur einen Versuch, die Herstellung von Raketen im nördlichen sogenannten Westjordanland voranzutreiben.

Am Dienstag wurden gegen alle sechs Verdächtigen Anklageerklärungen eingereicht. Damit ist der Weg für die formelle Anklageerhebung vor Gericht frei. Die Ermittlungen hatten sich über mehrere Monate erstreckt.

Der Fall ist nicht der erste Versuch, in der Gegend eine lokale Infrastruktur zur Herstellung von Raketen aufzubauen. In den vergangenen Jahren wurden wiederholt ähnliche Vorhaben aufgedeckt. Die dabei entwickelten Flugkörper waren bislang meist technisch begrenzt und stellten keine vergleichbare Bedrohung wie die Raketenarsenale größerer Terrororganisationen dar.

Die aktuelle Entdeckung zeigt dennoch, dass militante Gruppen versuchen, ihre Möglichkeiten zur Herstellung eigener Waffen auch außerhalb des Gazastreifens auszubauen. Für die israelischen Sicherheitsbehörden bleibt die Verhinderung solcher Strukturen eine wichtige Aufgabe.

Titelbild: Israelische Spezialeinheiten operieren in Jenin. Foto: Nasser Ishtayeh/Flash90

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