zurück zu Aktuelles

„Sweet Sinwar“: Café servierte Getränk zu Ehren des Hamas-Chefs

JERUSALEM, 08.11.2026 (NH) – Im September 2023 hat Fathi Abd al-Rahim Harara das „Jerusalem Coffee House“ im kalifornischen Oakland eröffnet. Was zunächst als Gastronomiebetrieb begann, geriet durch antisemitische Vorfälle und die umstrittene Verherrlichung von Hamas-Terrorismus in die Schlagzeilen. Bereits im Sommer 2024 wurden jüdische Gäste wie Michael R. Addis und Jonathan Hirsch, der seinen fünfjährigen Sohn begleitete, vom Besitzer und Mitarbeitern beschimpft und aus dem Café verwiesen. Ihr vermeintliches Vergehen: Sie trugen Kappen mit dem Davidstern. Die Vorfälle führten zu mehreren Gerichtsverfahren. Nun muss der Betreiber 59.000 US-Dollar zahlen.

Zynische Speisekarte am Jahrestag des Hamas-Massakers

Am 7. Oktober 2024, dem ersten Jahrestag des Hamas-Massakers in Israel, präsentierte das Café eine neue Speisekarte. Darauf standen unter anderem ein Karottensaft namens „Sweet Sinwar“ und ein Getränk mit der Bezeichnung „Iced In-tea-fada“. Die Namen spielten auf den Hamas-Anführer Yahya Sinwar und die palästinensischen Intifadas an. Zudem wurden die Außenwände des Cafés mit umgekehrten roten Dreiecken versehen, einem Symbol, das die Hamas in ihrer Propaganda zur Markierung militärischer Ziele verwendet. Die US-amerikanische Organisation Anti-Defamation League (ADL) kritisierte die Verherrlichung von Terrorismus und Gewalt.

Yahya Sinwar: der Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober

Namensgeber des Getränks „Sweet Sinwar“ war Yahya Sinwar, der damalige Hamas-Anführer im Gazastreifen und einer der zentralen Verantwortlichen für das Massaker vom 7. Oktober 2023. Bei dem Terrorangriff wurden mehr als 1.200 Menschen ermordet und Hunderte nach Gaza verschleppt. Sinwar stammte aus dem Flüchtlingslager Khan Yunis und galt als einer der brutalsten Anführer der Hamas. Den Beinamen „Schlächter von Khan Yunis“ erhielt er wegen seiner Beteiligung an Folterungen und Hinrichtungen von Palästinensern, die er der Zusammenarbeit mit Israel verdächtigte.

1989 verurteilte ihn ein israelisches Gericht wegen Mordes zu mehrfach lebenslanger Haft. Während seiner 22-jährigen Gefangenschaft wurde er von israelischen Ärzten wegen eines Gehirntumors operiert. 2011 kam er im Rahmen des Gefangenenaustauschs gegen den israelischen Soldaten Gilad Schalit frei. 2017 übernahm er die Führung der Hamas im Gazastreifen. Am 16. Oktober 2024 wurde Sinwar bei einem Einsatz israelischer Streitkräfte im Süden des Gazastreifens getötet. Die israelische Armee hatte ihn zuvor monatelang gesucht.

„Auf der Speisekarte des Jerusalem Coffee House standen Getränke namens ‚Sweet Sinwar‘ und ein ‚Iced In-tea-fada‘. Foto: Screenshot Instagram: Jerusalem Coffee House
Gericht ordnet Zahlung von 59.000 Dollar an

Neben den Zivilklagen betroffener Gäste leitete auch das US-Justizministerium (DOJ) ein Verfahren gegen den Café-Betreiber ein. Es wirft ihm Verstöße gegen bundesrechtliche Schutzbestimmungen und die Diskriminierung jüdischer Gäste vor.

Obwohl das Café im August 2026 seinen Betrieb einstellte, ordnete Bundesrichter Thomas Hixson am 29. Oktober eine Zahlung von 59.000 US-Dollar (rund 53.000 Euro) an den Kläger Michael R. Addis an. Hintergrund waren wiederholte Verstöße Hararas gegen gerichtliche Anordnungen beim Austausch von Beweismitteln. Unter anderem hatte er angeforderte Unterlagen und E-Mails nicht vollständig oder gar nicht offengelegt.

Titelbild: Der damalige Hamas-Anführer im Gazastreifen, Yahya Sinwar, spricht am 4. November 2019 während einer Konferenz in Gaza-Stadt. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

Weitere News aus dem Heiligen Land