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Tattoos helfen vom Krieg gezeichneten Israelis

JERUSALEM, 11.10.2017 (FJ) – Eine Gruppe von Israelis, die bei Schießereien, Selbstmordattentaten und Armee-Einsätzen körperlich oder psychisch verletzt wurden und immer noch gezeichnet sind, haben kostenlose Tattoos von Künstlern bekommen. Diese hoffen, dass ihre Körperkunst der Heilung von Körper und Seele helfen kann.

Das Projekt mit dem Namen „Healing Ink“ („Heilende Tinte“) brachte Künstler aus Israel, Europa und den Vereinigten Staaten in Jerusalem zusammen. Im dortigen Israel-Museum fanden die Tätowierungen diese Woche statt.

Insgesamt elf Personen erhielten am Montag ihre neue Körperkunst, darunter unter anderem ein Veteran der israelischen Armee, der durch eine Panzerabwehrrakete verletzt wurde. Ein anderer verlor sein Bein im Kampf. Eine weitere Teilnehmerin war eine Frau, die ein ähnliches Schicksal bei einem Bombenanschlag in einem Tel Aviver Nachtclub erleben musste.

Bewusste Entscheidung – im Gegensatz zur Verletzung

„Es fühlt sich an, als würde ich etwas bekommen, das ich selbst entschieden habe – im Gegensatz zu meiner Verletzung, die ich mir nicht ausgesucht habe“, erklärt Ben Baker Morag, der als Soldat verwundet wurde. „Das gibt mir ein sehr gutes Gefühl“, fügt er mit einem Blick auf den Löwen auf seiner linken Schulter hinzu.

Andere, die bei dem Projekt tätowiert wurden, wählten Designs wie ein mittelalterlicher Ritter in seiner Rüstung oder die Zeile des Beatles-Songs „All you need is love“. Für die beteiligten Künstler war die Arbeit mit den Verletzten eine beeindruckende und bedeutsame Erfahrung. „Ich bin kein Arzt, ich kann Menschen nicht heilen“, betont Wassim Razzouk, ein Tätowierer aus der Jerusalemer Altstadt. „Aber mithilfe meiner Tinte und meiner Kunst – wenn das helfen und heilen kann – ist das für mich etwas Großartiges.“

Bei Fokus Jerusalem haben wir vor Kurzem über den Jerusalemer Tätowierer Wassim Razzouk berichtet:

 

Foto: Fokus Jerusalem

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