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„Wir sind keine Landdiebe“

HAVAT GILAD, 11.01.2018 (FJ) – Der „Siedlungsbau in Israel“ ist ein Dauerthema in den Medien. Der ermordete Rabbi Raziel Sheva (Fokus Jerusalem berichtete) lebte in solch einer jüdischen Siedlung, in Havad Gilad. Nun meldet sich die Witwe des 35-jährigen zu Wort: „Wir wollen uns nicht wie Landdiebe fühlen, weil wir es nicht sind“ erklärte sie in einer Mitteilung an Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. „Wir wollen hier als stolze Juden leben und stolz darauf sein, dass wir im Land Israel leben können. Wir wollen nicht um jedes Stück Land kämpfen.“

Antworten auf die Terrorattacke

Ganz bewusst wurde Rabbi Raziel Sheva in der Siedlung Havad Gilad beerdigt. Seine Frau Yael Sheva möchte damit eine klare Antwort auf den Terror gegen die Bewohner jüdischer Siedlungen geben: „Wir haben ihn hier begraben, damit er nie wieder entfernt werden kann.“ Für das Terroropfer wurde extra ein neuer Friedhof in Havad Gilad angelegt. Dass jüdische Familien ein Recht auf das Leben in einer solchen Siedlung haben, davon ist Yael Sheva überzeugt. Viele Pro-Settler-Bewegungen und Aktivisten stimmen der jungen Witwe zu und fordern eine klare Stellungnahme von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Dieser schweigt bisher jedoch.
Deutlich wurde auch betont, dass keine Rache geplant sei. An der Beerdigung des Terroropfers nahm der Bruder des verstorbenen Rabbi Sheva eine klare Stellung ein: „Wir suchen keine Rache. Die Rache ist, mehr zu bauen und mehr Kinder zu haben und mehr Licht in die Welt zu bringen“, sagte er.

Stärkung durch die Terrorattacke

Dieser Aussage schließt sich auch Yossi Dagan, Vorsitzender des Landkreises Samaria, an. Die angemessene Reaktion auf Terroranschläge sei, die Bauprojekte in der Gegend hochzufahren. „Havat Gilad und ganz Judäa und Samarien, genau wie der Negev, Galiläa und Jerusalem, müssen ihre Bauprojekte ausbauen, weil wir Zionisten sind und dies ein zionistisches Land ist, dessen Aufgabe es ist, auf das Land Israel zubauen“, sagte Dagan. „Dies ist die Antwort auf jene Mörder, die vielleicht in Nablus oder an einem anderen Ort sitzen und Kaffee trinken und sagen: „Wow. Wir haben es geschafft, Juden zu ermorden. Schau, wie sie leiden.“ Nein! Wir leiden, aber wir werden dadurch gestärkt“, erklärte er trotzig.

Reaktion nach der Terrorattacke

Auch der Verteidigungsminister Avigdor Lieberman lebt bewusst in der jüdischen Siedlung Nokdim im sogenannten Westjordanland, um seine Sympathie mit der israelischen Siedlungspolitik auszudrücken. Havad Gilad ist eine der „umstrittenen jüdischen Siedlungen“ in dieser Region. Nach eigenen Angaben lässt Lieberman sein Ministerium prüfen, ob der „illegale Siedlungs-Außenposten“ in eine anerkannte Siedlung umgewandelt werden könnte. Israel unterscheidet selbst zwischen illegalen Siedlungen, wie Havat Gilad, und mit israelischer Genehmigung gebauten Siedlungen, wie etwa die Stadt Ariel.
Aktuell diskutiert
Lieberman außerdem im Kabinett Netanjahus über die Todesstrafe für Terroristen als „mächtige Abschreckungsmaßnahme – sicherlich wirksamer als die Zerstörung von Häusern ihrer Angehörigen.“

Siedlung in Samaria

Eine jüdische Siedlung in den Bergen Samarias / Wikimedia Commons

Wem das Land Israel gehört wird immer wieder heiß diskutiert. Der biblischen Sichtweise auf die Thematik hat sich der Journalist und Theologe Johannes Gerloff angenommen. Zu finden unter der Themenreihe „Leben auf umstrittenen Land“ unter  http://www.fokus-jerusalem.tv/impulse/

Die Nachrichtenbeiträge zum Terroranschlag in Havat Gilad sind zu finden unter
http://www.fokus-jerusalem.tv/2018/01/10/terroropfer-wird-in-siedlung-havad-gilad-beerdigt/

EILMELDUNG: Israelischer Familienvater erschossen

Titelbild: Die Familie des Opfers der Terrorattacke bei seiner Beerdigung
Quelle: Miriam Alster / Flash90

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