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Hunderte Palästinenser im Gazastreifen nehmen an Trauerfeier für Soleimani teil

GAZA, 05.01.2020 (DK) – Hunderte von Palästinensern im Gazastreifen haben an einer Trauerfeier für den getöteten Befehlshaber der Iranischen Revolutionsgarde, Qassem Soleimani, teilgenommen. Die Anwesenden verbrannten amerikanische und israelische Flaggen, um ihre Loyalität mit den Zielen des Iran zu bekunden. Auch die Anführer der Terrororganisation Hamas, welche im Gazastreifen regiert, und des Islamischen Dschihad waren bei der Kundgebung zugegen. Beide Gruppen werden von Teheran unterstützt. Ein hoher Hamas-Beamter, Ismail Radwan, nannte den Tod Soleimanis „einen Verlust für Palästina und die Widerstandsbewegung“. Soleimani gilt als Architekt der aggressiven Regionalpolitik des Mullah-Regimes und wurde als der zweitmächtigste Mann Irans eingestuft.

Drohungen gegen Israel vonseiten Gazas bleiben diesmal aus

Bevor die Teilnehmer der Kundgebung die israelischen und amerikanischen Flaggen anzündeten, versammelten sie sich, um in einer Art Ritual gemeinsam über die am Boden ausgebreiteten Fahnen zu marschieren. Doch Drohungen eines Vergeltungsschlags gegen Israel blieben diesmal aus. Medienberichten zufolge, hatte der jüdische Staat die beiden Terrorgruppen wiederholt vor einem überstürzten Angriff auf Israel gewarnt. Der Drohnenangriff der Vereinigten Staaten auf den Anführer der Iranischen Revolutionsgarde, ereignete sich zu einem Zeitpunkt, da Jerusalem und die Hamas sich in erfolgsversprechenden Verhandlungen befinden. Ein Abkommen soll, laut der israelischen Nachrichtenseite Walla, mit Hilfe Ägyptens erzielt werden. 

Doch obwohl es an der Grenze zwischen Israel und der Küsten-Enklave vorerst ruhig bleibt, fürchtet der jüdische Staat dennoch einen Angriff vonseiten schiitischer Milizen. Das Mullah-Regime hatte bereits offen die israelische Metropole Tel Aviv zu einem seiner Angriffsziele erklärt. Auch im Norden des Landes, an der Grenze zum Libanon und zu Syrien, bereiten sich Truppen der IDF auf Hisbollah-Attacken vor. Aufgrund der angespannten Lage brach Israels Ministerpräsident, Benjamin Netanjahu, vorzeitig seinen Besuch in der griechischen Hauptstadt Athen ab. 

Soleimanis Tod könnte Situation im Nahen Osten grundlegend verändern

Experten vermuten, dass die Tötung Soleimanis, der bereits seit über zwei Jahrzehnten im Amt war, die Situation im Nahen Osten so tief greifend wie etwa der US-Einmarsch im Irak im Jahr 2003 verändern werde. Soleimani wurde vom Iran als volksnaher Held, als „lebendiger Märtyrer“, propagiert. Unvergessen bleibt die SMS, die der selbstbewusste Befehlshaber im Jahr 2008 dem US-Oberkommandierenden im Irak, David Petraeus, zukommen lies: „Lieber General Petraeus: Sie sollten wissen, dass ich, Qassem Soleimani, Irans Außenpolitik im Irak, Syrien, Libanon, Gaza und Afghanistan kontrolliere“. Nun könnte tatsächlich ein Krieg an all diesen Fronten bevorstehen. 

Bild: Palästinenser versammeln sich zu einer Trauerfeier in Gaza-Stadt zu Ehren Soleimanis. Quelle: Majdi Fathi/TPS

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