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Iran schwört Rache nach tödlichem Anschlag auf seinen wichtigsten Atomexperten

JERUSALEM, 29.11.2020 (TM) – Israel hat weltweit die Sicherheitsmaßnahmen in seinen Botschaften verstärkt. Grund sind Drohungen der Machthaber im Iran. Sie haben Rache geschworen für den Tod von Mohsen Fachrisadeh. Der Atomwissenschaftler war am Freitag bei einem Attentat nahe Teheran getötet worden. Das Mullah-Regime macht dafür Israel und die USA verantwortlich. Die Regierung in Jerusalem schweigt zu den Anschuldigungen.

„Erneut sorgten der Imperialismus und sein zionistischer Söldner für Blutvergießen und den Tod eines iranischen Wissenschaftlers“, klagte Präsident Hassan Rouhani im staatlichen Fernsehen. Der Mord werde den Iran nicht davon abhalten, sein Atomprogramm fortzusetzen.

Auf die Limousine von Fachrisadeh wurde zunächst geschossen, dann explodierte in der Nähe ein abgestellter Geländewagen. Für den 62-jährigen kam jede Hilfe zu spät. Er war maßgeblich an dem iranischen Atomprogramm beteiligt. 1979 trat er in die Revolutionsgarden ein und blieb auch als Wissenschaftler Mitglied. Er galt als Vater des iranischen Atomprogramms, das nach Einschätzung internationaler Experten den Bau einer Atombombe zum Ziel hat.

Netanjahu: Merken Sie sich diesen Namen

Der Verdacht gegen Israel beruht unter anderem auf einer Aussage seines Regierungschefs. Bei der Enthüllung des vom Mossad gestohlenen geheimen iranischen Nukleararchivs im Jahr 2018 erwähnte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Fachrisadeh ausdrücklich und sagte: „Erinnern Sie sich an diesen Namen, Fachrisadeh.“

Der „Vater der iranischen Atombombe“, Mohsen Fachrisadeh. Foto: Tasnim News Agency / Creative Commons

Der israelische TV-Kanal 13 berichtete, dass der iranische Experte das Top-Ziel mehrerer israelischer Premierminister sowie mehrerer Direktoren des Mossad gewesen sei. Seine Hinrichtung sei der Höhepunkt eines langfristigen israelischen Strategieplans zur Sabotage des iranischen Atomprogramms. Die Islamische Republik habe eine unersetzliche Wissensquelle verloren.

Israel hält unterschiedliche Szenarien als Reaktion des Mullah-Regimes für möglich: Ausbau des Nuklearprogramms bei gleichzeitiger Aufgabe internationaler Verträge; einen größeren Angriff auf Israel mit Raketen; Angriffe auf israelische Botschaften oder israelische und jüdische Ziele auf der ganzen Welt; Angriffe auf israelische Schiffe; oder Angriffe der Hisbollah-Miliz an den Grenzen zu Gaza, Libanon und Syrien.

Der Iran hat in diesem Jahr bereits mehrere schwere Angriffe hinnehmen müssen, darunter der Tod von General Qassem Soleimani durch einen US-Drohnenangriff im Januar und eine mysteriöse Explosion und ein Feuer, die das fortschrittliche Zentrifugen-Montagewerk in der Urananreicherungs-Anlage von Natanz lahmgelegt haben.

Kritik an Haltung der Europäer

Die Europäische Union verurteilte den Anschlag auf Fachrisadeh. Der israelische Oppositionsführer Yair Lapid kritisierte sie dafür scharf: „Die Tatsache, dass die Europäische Union die berechtigte Tötung des iranischen Nuklearwissenschaftlers verurteilt, anstatt die Bemühungen des Iran zu verurteilen, Massenvernichtungswaffen zu erwerben und Terrorismus in die ganze Welt zu exportieren, bedeutet den moralischen Bankrott und erbärmliche Feigheit.“

Bild: Polizisten am Ort des Anschlags auf den iranischen Atomexperten. Foto: Fars News Agency/Creative Commons

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