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Irans Führer darf weiterhin auf Twitter zur Vernichtung Israels aufrufen

JERUSALEM, 24.01.2021 (TM) – Der Oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, darf über den Kurznachrichtendienst Twitter weiter gegen Israel hetzen. Israelische Politiker reagierten entsetzt und mit scharfer Kritik auf diese Entscheidung des Unternehmens aus San Francisco.

Twitter hatte weltweit Schlagzeilen gemacht, als es den Zugang von US-Präsident Donald Trump zunächst einschränkte und dann dauerhaft sperrte. Als Grund wurde angegeben, Trump habe zu Gewalt angestiftet.

Außenpolitisches Säbelrasseln“

Vertreter Israels und der USA machten Twitter-Chef Jack Dorsey darauf aufmerksam, dass das Oberhaupt der Islamischen Republik Iran seinen Zugang ständig dazu missbrauche, um zur Vernichtung Israels aufzurufen. Das Thema wurde auch im israelischen Parlament, der Knesset, diskutiert. Ein Vertreter von Twitter erklärte nun in einer Stellungnahme, dass Khamenei auch in Zukunft gegen Israel twittern dürfe: „Außenpolitisches Säbelrasseln über militärische und wirtschaftliche Fragen verstößt im Allgemeinen nicht gegen die Twitter-Regeln.“

Der Pressesprecher von Donald Trump, Kayleigh McEnany, sagte dazu, die Erklärung zeige die „überwältigende, blendende Voreingenommenheit von Twitter gegenüber Konservativen und gegen diesen Präsidenten“.

Nur Fake-Account gesperrt

Am Freitag berichteten verschiedene Medien, dass Twitter den Zugang von Khamenei gesperrt habe. Der Grund für die Suspendierung war, dass ein Beitrag getwittert wurde, auf dem Rache an dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump gefordert wurde. Gezeigt wurde ein Foto, das Trump beim Golfen im Schatten eines Militärflugzeugs zeigt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat Twitter das Konto jedoch deshalb gesperrt, weil es gefälscht war. Das Hauptkonto von Khamenei mit mehr als 887.000 Abonnenten ist weiterhin aktiv.

Ali Khamenei (81) ist als „Oberster Führer“ seit 1989 das politische und religiöse Oberhaupt des mehrheitlich schiitischen Iran. Er nennt sich sowohl „Religionsführer“ als auch „Revolutionsführer“. In einem Tweet im vergangenen Jahr forderte er den „Dschihad“ gegen Israel: „Jeder muss den palästinensischen Kämpfern helfen“, schrieb er und fügte hinzu: „Der Kampf um die Befreiung Palästinas ist der Dschihad auf dem Weg Gottes.“ Er schrieb auch, dass das „zionistische Regime ein tödliches Krebsgeschwür ist“ und dass es „entwurzelt und zerstört“ werden muss. In der Firmenzentrale von Twitter findet man solche Äußerungen offensichtlich völlig in Ordnung.

Bild: Screenshot des Twitter-Accounts von Ali Khamenei, der seine Botschaften in mehreren Sprachen verbreitet. Foto: FJ

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