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Sänger wird aufgrund von Auftritt in einer Siedlung von palästinensischen Sicherheitskräften verhaftet

ARIEL, 20.07.2021 (NH) – Die palästinensische Autonomiebehörde hat ihren bekanntesten Sänger hinter Gitter gebracht. In der Anklageschrift gegen den Künstler heißt es, er sei „vor Siedlern und Prostituierten“ aufgetreten. Nach einem Konzert wurde der junge Mann verhaftet und muss sich nun vor Gericht wegen „Normalisierung der Beziehungen zu Israel“ verantworten. Der berühmte Palästinenser trat in der jüdischen Siedlung Ariel auf. Im sogenannten Westjordanland wurden in den vergangenen Monaten immer wieder politische Oppositionelle festgenommen. Die Politik bewahrt darüber Stillschweigen.

Aus Geschäftsfeier wird Gefängnishaft

Der palästinensische Sänger war von einer israelischen Firma dazu eingeladen worden, bei einer Geschäftsfeier für die dort angestellten palästinensischen Mitarbeiter zu singen. Das Konzert fand im Industriepark von Ariel statt. Tatsächlich waren keine jüdischen Mitarbeiter eingeladen. Die Feier wurde speziell für die palästinensischen Angestellten der Firma abgehalten.

Abdullah Kmeil, der Provinzleiter der palästinensischen Autonomiebehörde im Bezirk Salafit, beschuldigte den Sänger, sich unangemessen verhalten zu haben. Er fand außerdem kein Verständnis dafür, dass einige palästinensische Anwohner an hochrangige Führungspersonen der Autonomiebehörde appellierten, um die Freilassung des Sängers zu erbitten. Er unterstrich, dass die palästinensische Autonomiebehörde mit aller Kraft gegen die Konfiszierung palästinensischen Landes durch „mörderische“ Siedler vorgehen werde. „Während Tausende von Märtyrern und mehr als eine Million Verwundete für unser Land geopfert wurden, waren wir überrascht, als einer unserer bekanntesten Künstler bei einem hochkarätigen Konzert für Siedler und Prostituierte in Ariel auftrat.“, so Abdullah Kmeil.

Friedliche Nachbarschaft wird nicht toleriert

Mit der Verhaftung des Sängers versuchen palästinensische Führungskräfte ein Exempel zu statuieren und Versuche eines friedvollen Miteinanders mit Israel im Keim zu ersticken. Die palästinensische Politik fürchtet sonst den Verlust ihrer Existenzgrundlage. 

Das Industriegebiet von Ariel liegt 5Kilometer von der Stadt entfernt und befindet sich auf dem gleichen Gelände wie der Industriepark Barkan. Letzterer kam durch das grausame Attentat im Jahr 2018 in die Schlagzeilen, als ein palästinensischer Fabrikarbeiter zwei seiner jüdischen Kollegen brutal knebelte und anschließend hinrichtete. Der 23-jährige Terrorist Ashraf N. wurde zwei Monate später von israelischen Sicherheitskräften getötet.

Titelbild: Immer wieder kommt es zu blutigen Terrorübergriffen an der bekannten Tapuach-Kreuzung in Ariel. Foto: Flash90

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