zurück zu Aktuelles

Drama im Soroka-Krankenhaus: Messerstechereien und Massenschlägerei

BEERSHEVA, 16.11.2021 (NH) – Vor dem Eingang des Soroka-Krankenhauses in Beersheva ist es zu einer Massenschlägerei gekommen. Auf den Bändern der Überwachungskameras sind die Ausschreitungen festgehalten worden. Es sind Angehörige von zwei Familien zu sehen, die Steine werfen und mit massiver Gewalt aufeinander losgehen. Die umstehenden Personen ergreifen verängstigt die Flucht. Bei der blutigen Schlägerei wurden vier Menschen verletzt und 19 verhaftet. Weitere Festnahmen werden erwartet.

Schockierendes Filmmaterial

Die Bilder sind erschreckend: eine riesige Schlägerei zwischen Dutzenden jungen Männern – direkt neben einem Polizeiwagen. Zum Einsatz kamen auch Messer. Augenzeugen zufolge waren zudem Schüsse zu hören. Die Glasfenster am Eingang des medizinischen Zentrums wurden beschädigt. Noch wird geprüft, ob der Schaden durch eine Handfeuerwaffe verursacht wurde. Zwei der verletzten Männer mussten mit Stichverletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Einige der Verletzten stammen aus der nahe gelegenen Beduinenstadt Rahat.

Das Krankenhaus teilte gestern Abend mit, dass drei der vier Opfer inzwischen wieder entlassen worden sind. Der vierte Patient befinde sich in stabilem Zustand. „Der gewalttätige Vorfall, der die Türen der Notaufnahme erreichte und die Patienten und das Krankenhauspersonal gefährdete, zeigt uns, wie ernst die Situation ist“, erklärte Dr. Shlomi Kadosh, leitender Direktor des medizinischen Zentrums. „Ein Krankenhaus ist ein Symbol für die Behandlung und Genesung von Zivilisten und als solches muss es gewahrt werden. Daher fordern wir energische, friedenserhaltende Maßnahmen.“ Während der gewalttätigen Auseinandersetzung forderte der Rettungsdienst seine Sanitäter auf, die Notaufnahme so schnell wie möglich zu verlassen. Die Ordnung sei nach Polizeiangaben eine Stunde später wieder hergestellt worden.

Der Staat hat die Kontrolle im Süden verloren

Die schärfste Kritik nach der gewaltsamen Massenschlägerei lies Ruvik Danilovich, der Bürgermeister der Wüstenstadt, verlauten. Er griff die israelische Regierung an und beschuldigte den Staat, die Sicherheit im Süden des Landes zu vernachlässigen und die Kontrolle verloren zu haben. „Unsere Forderung ist es, umgehend mit der Zerschlagung der Milizen zu beginnen“, betonte Danilovich, „ein Land, das weiß, wie man gegen die iranischen Atomarchive vorgeht, sollte im Stande sein, mit Familienclans umzugehen.“ Die Massenschlägerei vor der Notaufnahme des Krankenhauses reiht sich in eine lange Liste von gewalttätigen Vorfällen in der südlichen Stadt ein.

Auch die Leiter der Beduinen-Gemeinden  im Negev kritisierten die Gewaltausbrüche. „Wir verurteilen diese abscheuliche Tat aufs Schärfste, es ist empörend und macht uns wütend,“ so Fayez Abu Sayyaben, Bürgermeister von Rahat. „Die Heiligkeit eines Krankenhauses ist gleich der Heiligkeit einer Moschee.“

Er forderte von der israelischen Polizei, hart mit den Verdächtigen ins Gericht zu gehen und rief die Anwohner seiner Stadt auf, Zurückhaltung zu üben. „Den Bewohnern von Beersheva und der Umgebung möchte ich sagen, dass wir alle im gleichen Boot sitzen. Wir leiden alle unter der Gewalt und Kriminalität. Verfallt nicht in Rassismus und Hass auf euer Gegenüber, die grassierende Gewalt ist eine Katastrophe für uns alle.“

Titelbild: Israelis protestieren vor dem Soroka-Krankenhaus gegen die jüngsten gewalttätigen Vorfälle in der südisraelischen Stadt Beersheva. Schildaufschrift: „Gibt den Bewohnern des Südens die Sicherheit zurück“. Foto: Flash90

Weitere News aus dem Heiligen Land