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Gaza: Hamasterrorist bei Tunneleinsturz getötet

JERUSALEM, 17.02.2021 (NH) – Ein Hamasterrorist ist durch den Zusammenbruch eines Angriffstunnels im Gazastreifen verschüttet und getötet worden. Der Militärflügel der Hamas, die sogenannten Al-Quassam-Brigaden, gab am Mittwochabend bekannt, dass der 24-jährige Kämpfer durch einen ihrer „Widerstandstunnel gemartert wurde“.

Dutzende Tunnelopfer

Bei dem Einsturz handelt es sich nicht um den ersten Arbeitsunfall der radikal-islamischen Terrororganisation. Durch extrem starke Regenfälle in der Region wird das Tunnelsystem, das zum größten Teil in den Sand gegraben und mit billigen Materialien errichtet wurde, zu Todesfallen. Berichten zufolge wurden in den vergangenen Monaten mehrere Hamas-Terroristen bei ihrer Arbeit in den Röhren verschüttet. Die unaufhörlichen Ausgrabungen unter zivilen Wohngebieten führten in den letzten Jahren vermehrt zu Erdrutschen und Zusammenbrüchen der unterirdischen Tunnelinfrastruktur.

Nach Angaben der israelischen Armee sind im Jahr 2016 mehr als 21 militante Tunnel-Graber in insgesamt 25 Röhren von Erdmassen begraben worden. 2017 stürzten neun Tunnel über den Köpfen der Hamasmitglieder zusammen. Das ägyptische Militär sprengte im gleichen Jahr 10 Hamastunnel, um terroristische Aktivitäten im Sinai zu unterbinden. Bei beiden Vorfällen wurden 33 radikal-islamische Palästinenser getötet.

Unterirdisches U-Bahn-System

Die Terrororganisation hat im Laufe der Jahre ein ausgeklügeltes, unterirdisches Tunnelnetz ausgegraben, das sich unter dem gesamten Gazastreifen erstreckt. Die sogenannte Metro, die einem U-Bahn-System gleicht, dient dem Transport und Schmuggel von Waffen, Infiltration in israelisches Gebiet und terroristischen Aktivitäten gegen den jüdischen Staat. Zeitgleich dienen die Röhren nicht nur als Rückzugsort für hochrangige Terroristen, sondern auch als Versteck von Scharfschützen, Panzerabwehrkommandos und islamistischen Sondereinheiten im Kampf gegen die israelische Armee. Die Röhren verfügen über elektrische Infrastrukturen, Toiletten, Duschen und sogar Ruheräume für die Aktivisten.

Millionen Investition

Durch modernste Technologien und eine Sperranlage, die unter anderem eine 65 Kilometer lange unterirdische Betonmauer umfasst, versucht das israelische Militär, das Eindringen von palästinensischen Terroristen über die Angriffstunnel zu verhindern. Bei der jüngsten Offensive im vergangenen Mai wurde ein Großteil des Tunnelnetzes von der israelischen Luftwaffe und über gezielten Sprengungen zerstört. Angaben der Hamas zufolge arbeite der militante Armee-Korps konstant an einem Wiederaufbau.

Nach Angaben der israelischen Armee investiert die Hamas monatlich Dutzende Millionen Euro in die Ausgrabung interner Tunnelverbindungen und Angriffstunnel auf israelisches Gebiet. Auch in Krisenzeiten fließen die Gelder in die Finanzierung ihrer Tunnelprojekte. Die Bedürfnisse der Zivilbevölkerung in Gaza scheinen nur zweitrangig.

Titelbild: Blick auf einen Terrortunnel der palästinensischen Hamas, der von Gaza nach Israel führt. Foto: Dario Sanchez/Flash90

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