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Israel geht gegen Hetze im Internet vor: im April wurden über 10.000 Terror-Beiträge entfernt

JERUSALEM, 02.05.2022 (MS) – Der April war für Israel ein sehr schwieriger Monat. Terrorangriffe von Palästinensern forderten mehrere Tote und die Sicherheitsdienste mussten mit Randalierern auf dem Tempelberg fertig werden. Ein wichtiger Faktor bei Terrorangriffen von Einzeltätern, aber auch bei koordinierten Aktionen wie auf dem Tempelberg, ist die Aufhetzung der jungen Palästinenser zu solchen Taten. Bei der Hetze und Koordination spielen die sozialen Medien eine wichtige Rolle, denn hier kommunizieren Antisemiten aus allen Ländern miteinander und hetzen sich gegenseitig auf.

Die Cyberpolizei greift ein

Am gestrigen Sonntag hat die Cyberabteilung der israelischen Polizei mitgeteilt, im April über 10.000 Beiträge aus den sozialen Medien Facebook, Instagram, YouTube, Tik Tok, Twitter und Telegram entfernt zu haben, die direkt zum Terror gegen Israel aufriefen oder Anschläge und Terroristen feierten. Angaben der Polizei zufolge gab es in den sozialen Netzwerken eine „systematische Kampagne“, den Terror in Israel anzuheizen.

Alleine auf Facebook wurden 5500 „problematische“ Beiträge gefunden, von denen 90 Prozent auf Anfrage der Polizei von Facebook entfernt wurden. Bei diesen Beiträgen machten die Autoren kein Geheimnis aus ihren Zielen. Manche riefen offen dazu auf, jüdische Israelis zu erstechen, zu erschießen oder zu überfahren.

Andere Beiträge lobten Terroristen, die Israelis töteten, während wieder andere zur „Befreiung“ der Al-Aksa-Moschee aufriefen, die von „den Besatzern gestürmt“ wurde. In einem Fall entfernte Facebook eine gesamte Plattform, die von der Hamas genutzt wurde und 900.000 Mitglieder zählte.

Besser zu spät, als nie

Es hat einige Jahre gedauert, bevor Israel, wie auch andere Staaten, mit der Überwachung der sozialen Medien begann. Die Behörden können jedoch nur auf bereits bestehende Beiträge reagieren, indem sie die jeweiligen Plattformen wie Facebook, oder Twitter kontaktieren und bitten, die problematischen Posts zu entfernen. Bis dies passiert, wurden sie allerdings bereits von vielen Menschen gesehen und weitergeleitet. Die Verbreitung der antisemitischen Hetze wird trotzdem stark eingeschränkt, wenn auch etwas zeitversetzt.

Titelbild: Auf Facebook wird zum Kampf gegen Israel aufgerufen. Können solche Beiträge gestoppt werden? Foto: Abed Rahim Khatib / Flash90

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