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Junger israelischer Kommandeur von palästinensischem Geheimdienstoffizier ermordet

JERUSALEM, 15.09.2022 (NH) – Der palästinensischer Terror schlägt ein weiteres Mal zu. Am frühen Mittwochmorgen kam es in der Nähe des palästinensischen Dorfes Jalama, fünf Kilometer nördlich von Dschenin, zu einem tödlichen Anschlag auf israelische Sicherheitskräfte. Bei dem Vorfall wurde der 30-Jahre alte israelischer Offizier Bar Falah getötet. Falah diente als stellvertretender Kommandeur des Aufklärungsbataillons in der bekannten Nahal-Brigade. Er wurde mit weiteren Einheiten israelischer Streitkräfte am späten Dienstagabend an den Grenzzaun der sogenannten „Nahtzone“ in der Jesreel-Ebene geschickt. Zuvor hatten israelische Soldaten in der Nähe eines Militärpostens zwei verdächtige Personen erspäht. Die Unbekannten hatten sich der Grenzmauer genähert und versteckt. Fälschlicherweise wurden die beiden Verdächtigen als unbewaffnet identifiziert.

Palästinensischer Geheimdienstoffizier agiert als Terrorist der Fatah-Fraktion

Bar Falahs Einheit teilte sich nach ihrer Ankunft in der Umgebung in zwei Gruppen und näherte sich bis auf wenige Meter den verdächtigen Personen, als diese aus nächster Nähe das Feuer auf die Soldaten eröffneten. Falah konnte die palästinensischen Terroristen neutralisieren, doch wurde er selbst tödlich verletzt.

Der Brigade General der Judäa und Samaria Division, Abraham Bluth, geht davon aus, dass die Terroristen einen schwerwiegenden Anschlag auf den nahe gelegenen Armeeposten planten oder im Hinterhalt auf eine Militärpatrouille am Grenzzaun gewartet hatten.

Die beiden Attentäter wurden später in den palästinensischen Medien als Abdul R. und Ahmed A. identifiziert. Bei Ahmed A. handelt es sich um einen Geheimdienstoffizier des Sicherheitsapparats der palästinensischen Autonomiebehörde, kurz PA. Die Al-Aqsa Märtyrerbrigarden, eine terroristische Gruppierung der Fatah-Fraktion des amtierenden PA-Präsidenten Mahmud Abbas, bekannten sich zu dem Anschlag und bestätigten die Zugehörigkeit der beiden Terror-Schützen.

Israels Premierminister warnt vor schweren Folgen

Die Tatsache, dass einer der Terroristen den Sicherheitskräften der PA angehörte sei „schwerwiegend und ein Warnzeichen für die Palästinensische Autonomiebehörde“ erklärte Israels Sicherheitsminister Benny Gantz bei seinem Besuch am Tatort. Premierminister Yair Lapid sprach nach dem nächtlichen Feuergefecht von einer weiteren Eskalation. Lapid droht, mit „harter Hand“ gegen den Terror vorzugehen, sollte die „Palästinensische Behörde nicht für Ordnung sorgen“. „Israel wird jedem, der versucht uns zu schaden, noch größeren Schaden zufügen“, so Lapid.

Bar Falah – Kommandeur des Aufklärungsbataillons der Nahal-Einheit. Er wurde nur 30 Jahre alt. Bar wurde gestern in seiner Heimatstadt Netanya beigesetzt. Foto: IDF Spokesperson

Grenzübergänge werden geschlossen

Nach der tödlichen Attacke wurde der Gilboa-Grenzübergang, auch unter dem Namen Jalameh-Queckpoint bekannt, geschlossen. Der Übergang wird vorwiegend von palästinensischen Arbeitern genutzt, die innerhalb Israels arbeiten. „Die Verletzung der Sicherheitsstabilität wird zuallererst den palästinensischen Einwohnern und der PA selbst schaden“, erläutert Benny Gantz zur Schließung des Checkpoints. Der Grenzübergang bleibe bis auf Weiteres geschlossen.

Am Abend beschloss die COGAT-Einheit des israelischen Verteidigungsministeriums (Koordinator für Regierungsaktivitäten in den Gebieten der PA, dem sogenannten Westjordanland und Gaza), alle Einreisegenehmigungen einschließlich israelischer Arbeitserlaubnisse für die Bewohner des palästinensischen Dorfes Kfar Dan, acht Kilometer nordwestlich von Dschenin, auf unbegrenzte Zeit zu stornieren. Nicht bestätigten israelischen Medienberichten zufolge erwäge die israelische Regierung weitere Schließungen von Grenzübergängen und ziehe aggressivere Schritte in Betracht.

Im Schatten der Operation „Break the Wave“ –  Militär untersucht den Vorfall

Israel bemühte sich in den vergangenen Monaten mit Razzien und Verhaftungen im nördlichen sogenannten Westjordanland, die blutige Terrorwelle auf israelische Zivilisten einzudämmen. Im Rahmen der Militäroperation „Break the Wave“ (zu deutsch „Die Welle brechen“), operieren israelische Sicherheitskräfte ausschließlich in den Städten Dschenin und Nablus, aus denen die meisten Attentäter hervorgegangen waren. In den vergangenen fünf Monaten wurden in 2.050 Militäraktivitäten über 1.500 Verdächtige verhaftet und Hunderte von Waffen beschlagnahmt.

Zeitgleich begannen die Erneuerungen des fast verfallenen 45 Kilometer langen Grenzzauns im Norden von Judäa und Samaria. Lücken in der maroden Sicherheitsbarriere wurden in den letzten Monaten vermehrt von palästinensischen Terroristen genutzt. Statt 30.000 illegaler Überquerungen am Tag passieren heute „nur“ noch ein paar Hundert Palästinenser den Sicherheitszaun.

Der Vorfall wird derzeit von Avi Kohavi, Generalstabschef der israelischen Streitkräfte, und weiteren hochrangigen Offizieren untersucht.

Titelbild: Bar Falah wurde von palästinensischen Terroristen erschossen. Einer der Todesschützen diente als Geheimdienstoffizier dem Sicherheitsapparat der Palästinensischen Autonomiebehörde. Foto: IDF Spokesperson

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