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Forscher: Biblische Sündenstadt Sodom durch Meteoriten-Einschlag vernichtet

JERUSALEM, 01.10.2023 (TM) – Sodom und Gomorrha sind zwei Städte, die in der Bibel als Hochburgen der Sünde und des Sittenverfalls beschrieben werden. Nach Ausgrabungen in Jordanien gibt es Hinweise darauf, dass die biblische Erzählung einen realen Hintergrund hat und die Zwillingsstädte durch einen Meteoriteneinschlag zerstört wurden.

Der Name Sodom kommt in der hebräischen Bibel 39 Mal vor, in Genesis (1. Buch Mose), Levitikus (5. Buch Mose) und den Prophetenbüchern. Es wird berichtet, dass Gott die Städte unter einem Regen aus Feuer und Schwefel begrub. Dr. John Bergsma, ein bekannter Theologe, betont, dass die Ausgrabungen einen wichtigen Beweis dafür liefern, dass eine der dramatischsten Geschichten der Bibel tatsächlich wahr ist. Seine Thesen wurden jetzt auch in Israel veröffentlicht und von den Medien aufgegriffen.

Ist Tell el-Hammam das biblische Sodom?

In der Archäologie wird Sodom mit der Ausgrabungsstätte Tell el-Hammam in Verbindung gebracht. Dies ist eine archäologische Stätte in Jordanien, im östlichen Teil des Jordangrabens, nahe der Mündung des Jordans. Die Stätte besitzt bedeutende Überreste aus der Kupferzeit, der frühen Bronzezeit, der mittleren Bronzezeit und der Eisenzeit. Frühere Forschungen hatten bereits ergeben, dass die antike Stadt Tell el-Hammam im südlichen Jordantal ein katastrophales Schicksal erlitten hatte – ein Befund, der laut Dr. Bergsma, Theologieprofessor an der Franciscan University in Ohio, mit dem biblischen Bericht übereinstimmt. Er wies auf Anzeichen extremer Hitze hin, die an Skeletten und Keramikfragmenten entdeckt wurden, die von Archäologen ausgegraben wurden und auf den Einschlag eines Meteoriten hindeuten.

Stadt verschwindet schlagartig

Vor etwa 3.600 Jahren blühte Tell el-Hammam als Stadt auf und übertraf Jerusalem und Jericho an Größe und Macht. Die Blütezeit endete jedoch abrupt. Das Fehlen von Belagerungsspuren in den Ruinen deutet darauf hin, dass die Stadt und ihre Umgebung nicht militärisch angegriffen wurden.

Von Steven Collins, dem leitenden Archäologen in Tell el-Hammam, erhielt Bergsma Einblick in einige bemerkenswerte Funde. Dazu gehörten Keramikscherben, die mit Trinitit überzogen waren, einer glasartigen Substanz, die bei der Detonation einer Atombombe in der Wüste entsteht, wie Bergsma erklärte. Außerdem wurden menschliche Überreste gefunden, deren Skelette bis zur Mitte der Wirbelsäule intakt waren und darüber nur noch Brandspuren aufwiesen. Diese Funde seien ein eindeutiger Beweis dafür, dass die Zwillingsstädte auf der jordanischen Seite des Flusses durch eine gewaltige Hitzewelle vom Himmel verbrannt wurden.

Bemerkenswerterweise scheint bei diesem katastrophalen Ereignis auch eine beträchtliche Menge Salz entstanden zu sein, wie James Kent, außerordentlicher Professor für Geowissenschaften an der University of California, feststellte – ein Detail, das manche an die Geschichte von Lots Frau erinnern mag, die sich nach der Zerstörung Sodoms in eine Salzsäule verwandelte. Während Collins von seinen Schlussfolgerungen überzeugt ist, haben ihm einige Archäologen vorgeworfen, voreilige Schlüsse zu ziehen, ohne ausreichende Beweise vor Ort zu haben.

Böden wurden versalzt

Bereits 2021 postulierten Wissenschaftler in einem Aufsatz, dass vor rund 3600 Jahren ein in der Luft explodierender Himmelskörper das antike Tell el-Hammam zerstört habe. Als Beweis für dieses Ereignis wird eine etwa 1,5 Meter dicke Schicht aus verschiedenen geschmolzenen Mineralstoffen angeführt. Um diese Stoffe zu erhalten, ist eine Temperatur von über 2000 Grad Celsius notwendig. Die Zerstörungen waren enorm. Die damit verbundene Versalzung der Böden machte Landwirtschaft für mehrere Jahrhunderte unmöglich.

Als Abraham auf Sodom und Gomorra und das ganze Gebiet am Jordan hinunterschaute, sah er von dort eine Rauchwolke aufsteigen wie von einem Schmelzofen.“ 1. Mose 19, 28

Bild: Lot und seine Frau fliehen aus Sodom. Illustration: taltim77/Midjourney

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